Wien - Die Olympischen Winterspiele in Salt Lake City werfen ihren Schatten weit voraus. Vor allem auf das österreichische Ski-Team. Der Qualifikationsdruck für Salt Lake beginnt mit dem ersten Rennen, dazu sind Erfolge auf allen Linien gefordert. Und das ohne die klare Nummer eins - denn auf Hermann Maier wird man noch einige Zeit verzichten müssen. So konzentriert sich das bei Damen wie Herren leicht umstrukturierte Trainerteam darauf, die "Siegesverluste" möglichst in Grenzen zu halten.Langfristige Ziele werden mittelfristig In den Kadern gibt es neue Gesichter. "Wir haben etwa den Altersschnitt im A-Kader der Herren um drei Jahre gesenkt", berichtete Hans Pum. Cheftrainer Toni Giger erklärte warum. "Wir müssen darauf achten, dass wir auch nach dem Abtritt der jetztigen 'goldenen Mannschaft' ein gutes Team haben. Denn ein Blick auf die Geburtsdaten verrät, dass in ein bis drei Jahren wohl einige aufhören werden", sagte der Herren-Cheftrainer. In der Qualifikation für Sölden haben sich die Jungen aber (noch) nicht durchgesetzt. "Es war ein langfristiges Ziel von mir, für guten Nachwuchs zu sorgen. Dieses Ziel ist inzwischen mittelfristig geworden." Optimale Vorbereitung Die Vorbereitungen verliefen für Damen und Herren optimal. "Leider haben aber auch die anderen Nationen die gleichen, guten Bedingungen gehabt", bemerkte das Trio Pum, Giger, Frehsner. Doch ist sich Pum in einem sicher. Die Schlagzeile einer Schweizer Zeitung ("Wie schwach sind die Österreicher?") wird nicht zutreffen. 10 bis 15 Siege als Ziel Giger und Pum warnen aber vor überzogenen Erwartungen: "Man muss sich herunterschrauben, wenn man den stärksten Läufer verliert", sagte Pum. Und Giger ergänzte: "Wir müssen die Latte sicher tiefer legen. Hermann war der einzige, der bei allen Bedingungen gewonnen hat, ohne ihn hätten wir in den vergangenen Jahren rund ein Drittel weniger an Siegen gehabt. Aber zehn bis 15 Erfolge in Weltcuprennen sind auch ohne Hermann ein realistisches Ziel." Ohne Weltcup-Niveau gehts ab in den Europacup Bei den Damen gab es in der Gruppe rund um Renate Götschl einen Trainerwechsel, zudem wurde die dritte Weltcup-Gruppe aufgelöst, dafür der Europacup verstärkt. Mit Bernd Zobel (Gruppentrainer) und Walter Hlebayna arbeiten nun zwei Trainer mit der Gruppe. "Das Klima stimmt, die Stimmung ist gut. Ich hoffe, dass sich das auch auf die Leistungen niederschlägt", meinte Cheftrainer Karl Frehsner. Auch bei den Damen fehlt in Sölden zum Auftakt mit Alexandra Meissnitzer ein prominenter Name, auch Christiane Mitterwallner wird wegen einer Entzündung im Knie fehlen. In Sölden zumindest wird aber trotzdem das ganze Kontingent ausgeschöpft. "Aber wir werden das heuer nicht mehr so weitermachen. Starten dürfen nur die, die auch Weltcup-Niveau haben", kündigte Frehsner an. (APA) ÖSV-Teams für den Auftakt in Sölden:
  • Damen: Michaela Dorfmeister, Brigitte Obermoser, Renate Götschl, Silvia Berger, Eveline Rohregger, Stefanie Schuster, Selina Heregger, Karin Köllerer, Tanja Schneider, Martina Lechner, Nicole Hosp

  • Herren: Heinz Schilchegger, Benjamin Raich, Christoph Gruber, Andreas Schifferer, Christian Mayer, Stephan Eberharter, Josef Strobl, Florian Seer, Rainer Salzgeber, Mario Matt