Wien - Ein besonderer Fall von Tier-"Liebhaberei" beschäftigt die Behörden in Wien: In der 90 Quadratmeter großen Wohnung einer Frau in der Brigittenau wurden nach Angaben der Polizei von am Mittwoch, mehr als 100 größtenteils artengeschützte Wasser- und Landschildkröten, etwa 200 Vögel und eine nicht zählbare Anzahl von durcheinander laufenden Mäusen und Ratten gefunden. Die Halterin wurde vorläufig wegen Tierquälerei angezeigt, weitere Erhebungen laufen. Die Ermittlungen waren ins Rollen gekommen, als eine Schildkrötenbesitzerin einem mit ihr befreundeten Sicherheitswachebeamten folgende Geschichte erzählte: Sie hatte ihr krankes Tier der 40-Jährigen zur Pflege anvertraut, die als Obfrau des Vereins "Turtle Rescue Center" fungiert, die Schildkröte aber mit dem Hinweis, das Tier sei wegen nicht artgerechter Haltung gestorben, nicht mehr zurückbekommen. Dies erschien ihr dubios. Turtle Cops Da die meisten der in der Wohnung gefundenen Tiere dem Artenschutz unterliegen, werde sich auch der Zoll mit der Sache befassen. Die Tiere wurden von der Polizei in die Veterinärmedizinische Universität gebracht. Ein Sicherheitswachebeamte sei von einer Schnappschildkröte gebissen worden, hieß es im Kommissariat. Die "amtshandelnden" Beamten wurden von ihren Kollegen übrigens mit dem Namen "Turtle Cops" bedacht. (APA)