Wien - Die österreichischen Direktinvestitionen im Ausland haben im ersten Halbjahr 2001 mit 1,65 Mrd. Euro (22,7 Mrd. S) einen neuen Rekordwert erreicht, teilte die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Mittwoch Nachmittag mit. Den Angaben der OeNB zufolge wurde heuer bis Ende Juni zweieinhalb Mal mehr als im Vorjahr investiert. Nach Osteuropa flossen in den ersten sechs Monaten bereits 1,4 Mrd. Euro, mehr als normalerweise in einem Gesamtjahr. Spitzenreiter war mit Abstand die Slowakei (560 Mill. Euro) - hier schlug vor allem die Übernahme der Slovenska Sporitelna durch die Erste Bank zu Buche - vor Ungarn (210 Mill. Euro), Slowenien (200 Mill. Euro, vor allem nach der mehrheitlichen Übernahme der Si.mobil durch Mobilkom) und Polen (100 Mill. Euro). Neben Osteuropa wurde sonst insbesondere in Deutschland (230 Mill. Euro) und der Schweiz bzw. Liechtenstein (110 Mill. Euro) investiert. Bisher waren die Branchen mit den höchsten Investitionen die Banken, der Telekomsektor und der Handel. Kapitalzufluss aus dem Ausland abgeschwächt Abgeschwächt hat sich im ersten Halbjahr der Kapitalzufluss aus dem Ausland nach Österreich, teilte die OeNB weiter mit. Insgesamt betrugen die ausländischen Direktinvestitionen 1,35 Mrd. Euro. Im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren sei ein deutliches Nachlassen der Direktinvestitionsaktivität in Österreich festzustellen. Hoch gerechnet auf das Gesamtjahr 2001 werde sich das Vorjahresergebnis, das von der Übernahme der Bank Austria durch die HypoVereinsbank geprägt war, bei weitem nicht erreichen lassen, ein dritter oder vierter Platz sei jedoch wahrscheinlich, so die OeNB. Dem langjährigen Durchschnitt entsprechend kam der Großteil des in Österreich investierten Kapitals aus Deutschland mit 490 Mill. Euro bzw. 37 Prozent), gefolgt von den USA (370 Mill. Euro; 28 Prozent), den Niederlanden (260 Mill. Euro; 19 Prozent) und der Schweiz (140 Mill. Euro; 11 Prozent). Der Telekomsektor, in den vergangenen Jahren stets ein bevorzugtes Ziel ausländischer Investitionsprojekte, spielte im laufenden Jahr bisher keine Rolle. Größere Projekte betrafen unternehmensbezogene Dienstleistungen (häufig mit Informationstechnologie-Bezug), Banken und den Fremdenverkehr. Im Produktionssektor waren die Sparten Elektronik, Steinwaren, Druck- und Verlagswesen, Chemie und Maschinenbau vertreten. (APA)