Washington - Die Weltbank und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben am Dienstag in Washington eine neue Initiative im Kampf gegen die Tuberkulose angekündigt. Um alle Betroffenen medizinisch versorgen zu können, neue Medikamente zu erforschen und Behandlungsmethoden speziell für HIV-Positive zu entwickeln, seien umgerechnet 143 Milliarden Schilling nötig, teilte WHO-Direktorin Gro Harlem Brundtland am Dienstag in Washington mit. Knapp die Hälfte - mehr als 70 Milliarden Schilling - müsse noch aufgebracht werden. An Tuberkulose sterben nach Angaben der WHO jedes Jahr knapp zwei Millionen Menschen. Die Infektion verbreitet sich vor allem in armen Ländern wieder stark. In Afghanistan sei die Lage besonders schlimm. In Afrika südlich der Sahara sei die Zahl der Fälle im vergangenen Jahr um zehn Prozent gestiegen. Besonders HIV-Infizierte und an Aids Erkrankte infizieren sich leicht mit Tuberkulose. Außerdem wächst die Resistenz gegen herkömmliche Medikamente. Bisher wird nur jeder vierte Tuberkulose-Kranke umfassend behandelt. Mit der neuen Initiative sollen 90 Prozent der Erkrankten erreicht und bis zur Heilung behandelt werden. "In die Heilung von Tuberkulose zu investieren macht Sinn, weil die Verbesserung der Gesundheit ein Weg ist, Armut und Ungleichheit nachweislich zu reduzieren", sagte Brundtland in Washington. (APA/dpa)