Das Thema Medienkonzentration in Österreich wurde am Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion in Wien einmal mehr seinem Ruf als Dauerbrenner gerecht. Im Rahmen es "Niederösterreichischen Medientags", veranstaltet vom Jugendreferat der NÖ Landesregierung, wurde aber auch eine allgemein "für Medien recht unfreundliche Stimmung" beklagt. "Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar" Nicht immer agierten etwa öffentliche Stellen den Medien gegenüber mit der nötigen Transparenz, meinte Thomas Jorda, Chef vom Dienst der "Niederösterreichischen Nachrichten" (NÖN). "Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar", zitierte er Ingeborg Bachmann und wollte damit diesen Spruch sowohl Journalisten als auch ihren Gegenübern in der Politik ins Stammbuch schreiben. Einen "nicht sehr optimistischen Ausblick" wagte Andreas Unterberger, Chefredakteur der "Presse": Die Medienkonzentration in Österreich werde auf absehbare Zeit nicht geringer werden - im Gegenteil: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Konzentration weitergeht", verwies Unterberger auf die derzeit schwierigen Rahmenbedingungen für den Medienmarkt. "Konkurrenz innerhalb der News-Gruppe" Gerade im Magazinsektor sei seit der Magazinfusion der "Gleichklang sehr sehr stark zu hören", skizzierte der "Presse"-Chef die negativen Auswirkungen dieser Entwicklung auf die notwendige "Vielfalt der Meinungen". Eine Diagnose, die "News"-Redakteurin Senta Ziegler naturgemäß nicht unwidersprochen hinnehmen wollte. "Es gibt unendlich viel Konkurrenz innerhalb der News-Gruppe, und mit dem neuen Titel 'Woman' kommt weitere dazu", meinte sie. Tillmann Fuchs, Geschäftsführer des Privat-TV-Senders ATV, ortete die Wurzel des Problems auch in der österreichischen Mentalität: "Österreich war immer schon ein Land, das Monopole liebt." Er glaube aber, dass eine Diversifizierung des Marktes kommen werde - nicht zuletzt durch die Einführung von privatem Fernsehen via Antenne. Medienstaatsekretär Franz Morak (V) verwies einmal mehr auf den "jahrzehntelangen Stillstand" in der Medienpolitik, in die nun endlich Bewegung komme. (APA)