Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: APA/dpa
München - Der frühere CDU-Chef Wolfgang Schäuble hat bei der Berliner Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen den Waffenhändler Karlheinz Schreiber erstattet. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Freitagausgabe. Er wirft Schreiber vor, im Zusammenhang mit der 100.000-Mark-Spende an die CDU die damalige Schatzmeisterin Brigitte Baumeister zu einer falschen Aussage gegen Schäuble angestiftet zu haben. Zudem habe Schreiber vor knapp einem Jahr in seiner Strafanzeige gegen Schäuble den CDU-Politiker einer uneidlichen Falschausage bezichtigt und damit eine Straftat vorgetäuscht. Laut "SZ" erstattete Schäuble auch Anzeige gegen Schreibers Ehefrau Barbara wegen Beihilfe zum Vortäuschen einer Straftat. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Berlin konnte den Bericht zunächst nicht bestätigen. Ermittlungen wegen Faschaussage Gegen Schäuble und Baumeister läuft derzeit ein Ermittlungsverfahren wegen uneidlicher Falschaussage. Hintergrund sind unterschiedliche Aussagen, die beide im Sommer 2000 vor dem Berliner Spenden-Untersuchungsausschuss gemacht hatten. Dabei ging es um die Frage, wer von ihnen Schreibers Spende in Empfang genommen hatte. Schäuble will das Geld im September 1994 in Bonn von Schreiber persönlich entgegengenommen haben. Baumeister behauptet hingegen, sie habe das Geld einen Monat später - im Oktober 1994 in Kaufering - von Schreiber erhalten. Schreiber selbst hatte eine dritte Variante ins Spiel gebracht: Demnach übergab seine Frau das Geld im Oktober an Baumeister. Schäuble war am 16. Februar 2000 im Zusammenhang mit der Affäre als Partei- und Fraktionschef zurückgetreten. (APA)