Wien - Dem Leiter des Jewish Welcome Service, Leon Zelman, ist Donnerstagabend ist im Festsaal des Wiener Rathauses vor rund 1.000 Gästen von Bürgermeister Michael Häupl (S) der Ehrenring der Stadt Wien verliehen worden. Häupl unterstrich in seiner Laudatio vor allem die Bereitschaft Zelmans zur Versöhnung. Zelman erinnerte in seiner von sehr viel Liebe zur Wienerstadt getragenen Dankesrede an die vielen Akzente der Versöhnung, die zwischen Juden und Österreichern gesetzt worden sind, aber auch an den "Herrn Haider", der seine "widerlichen und populistischen" Sprüche verbreite. So sei dies auch im Wiener Wahlkampf gewesen. "Häupl hat gesiegt, aber Wien hat gewonnen", meinte Zelman. In Bezug auf seine eigene schwere Kindheit und Jugend in den Konzentrationslagern Auschwitz, Mauthausen und Ebensee meinte Zelman: "Ich kann nicht vergessen und ich will nicht vergessen. Ich flehe Euch an: Lernt die Geschichte." "Niemals vergessen

Zelman wies auch auf die unermesslich vielen Opfer im Kampf gegen das Nazi-Regime hin. Insbesondere hob er den Einsatz der US-Soldaten hervor, die "für ein neues Europa ihr Leben hingaben." Nach 1945 habe er in Wien viele hilfreiche Hände vorgefunden, die in ihm langsam die Überzeugung groß werden ließen, dass diese Stadt ihm zur Heimat werden könne. In Richtung der heutigen Jugend, zu der er konsequent den Kontakt sucht, meinte er, dass auch diese niemals die Schrecken des Nationalsozialismus vergessen dürfe.

Unter den zahlreichen Prominenten befanden sich u.a.: Nationalratspräsident Heinz Fischer, Altbürgermeister Helmut Zilk mit Ehefrau Dagmar Koller, Vizebürgermeister Sepp Rieder, die ehemaligen Minister Ferdinand Lacina, Caspar Einem und Rudolf Scholten, die Stadträte Andreas Mailath-Pokorny, Elisabeth Pittermann, Peter Marboe, SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer, ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat, Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, Paul Grosz, Leon Askin, Kurt Scholz, Erika Weinzierl, Hannes Androsch, Divisionär Karl Semlitsch und Polizeipräsident Peter Stiedl. (APA)