Der Vatikan läuft Sturm gegen die zweiten Staffel der populären TV-Show "Grande Fratello", der italienischen Version von "Big Brother". Die vatikanische Tageszeitung "L'Osservatore romano" sprach in einem Kommentar am Freitag von einer "Pantomime der Spontaneität" und von einer "unmoralischen Ausnutzung der Jugend". "Die TV-Welt scheint verrückt geworden zu sein", kommentierte die Zeitung, die das Programms als exhibitionistisch anprangerte. Auch die katholische Tageszeitung "L'Avvenire", Sprachrohr der italienischen Bischofskonferenz, sparte nicht mit Kritik an der Show, die zum zweiten Mal von Canale 5, einem privatem TV-Kanal des Medienimperiums von Regierungschef Silvio Berlusconi, gesendet wird. Der Artikel sprach von einem "kreischenden Kontrast zwischen der entsetzlichen Ernsthaftigkeit der Weltgeschehnisse und der entsetzlichen Leichtigkeit einiger TV-Shows, in erster Linie 'Big Brohter'". Weiter gute Ergebnisse Trotz der Polemik gibt des für das "Spionier-Programm" weiterhin gute Ergebnisse. Die Einschaltquoten bleiben so hoch wie im vergangenen Jahr und beflügeln Canale 5, der in den vergangenen Monaten wegen des Fehlstarts einiger Sendungen an Konsens eingebüßt hat. "Die Schrecken des Kriegs bewegen viele Zuschauer, Erholung im Programm zu suchen", erklärten die Organisatoren von "Grande Fratello". (APA)