Wien - Der französische Tänzer und Choreograf Vincent Dunoyer präsentiert im Rahmen des Festivals für zeitgenössische Musik "Wien Modern" von 1. bis 3. November im Tanzquartier Wien die österreichische Erstaufführung seiner neuen Trilogie "The Princess Project", "Vanity" und "Etude#31". Absenz ist das zentrale Thema der drei Soli von Dunoyer, der sich nach Jahren als Startänzer der belgischen Kompanie Rosas von der Bühne zurückziehen wollte. Der zeitgenössischen Musik kommt dabei eine bestimmende Rolle zu. Eine Komposition des mexikanischen Komponisten Conlon Nacarrow für Pianola bildet den Ausgangspunkt für die Installation "Etude#31", die Dunoyer gemeinsam mit der Fotografin Mirjam Devriendt entwickelte. Anhand von aufeinander folgenden Diaprojektionen lässt der Choreograf eine "tanzende Maschinerie" entstehen und verbindet Musik und Tanz zu einer Reflexion über deren visuelle Erscheinung. "Vanity" beginnt mit einer Liveinterpretation des Tamtam-Solos "Deus Ex Machina" von James Tenney. Sobald der Percussionist die Bühne verlässt, wird die Musik durch elektronische Wiedergabe fortgesetzt - in Reminiszenz an eine vergangene Aufführung. Im Augenblick des Spiels mit Abwesenheit und Erinnerung beginnt Dunoyer zu tanzen, um letztendlich zu verschwinden und gleichzeitig als Videoaufzeichnung präsent zu bleiben. Auch in "The Princess Project" fungiert Musik als dramaturgisches Element, das die Performance "verschwinden" lässt. Hubert Machniks Komposition "Empty Rooms" basiert auf Geräuschen der Audioleitsysteme für blinde Fußgänger. Verschwunden ist auch die Prinzessin - Dunoyer hatte eigentlich ein Pas de deux über die Beziehung von weiblichem und männlichem Tanz geplant, aber die Partnerin stieg aus. So wurde daraus ein Solo wider Willen, das Beziehungen, Geschichte, Erinnerung und Isolation reflektiert. Dunoyer wurde 1962 in Paris geboren, studierte klassischen und zeigenössischen Tanz und arbeitete unter anderem mit Compagnien und Choreografen wie Philippe Decoufle, Wim Vandekeybus, der Wooster Group und Steve Paxton zusammen, der ein Solo für ihn choreografierte. Von 1990 bis 1997 tanzte Dunoyer bei Rosas, der Compagnie von Anne Teresa de Keersmaeker, an deren Schule P.A.R.T.S. er auch unterrichtet. Seine Arbeit als Solist und Choreograf ist geprägt von Transparenz, Transzendenz und dem Einfluss von Film und Fotografie. Vergangenen Februar erhielt Dunoyer den "Mouson-Award" des auf Avantgarde-Tanz spezialisierten Frankfurter Künstlerhauses Mousonturm. (APA)