Wien - Der sommerliche Streit zwischen Staatsoperndirektor Ioan Holender und Volksopernchef Dominique Mentha ist bei einer Aufsichtsratssitzung der Holding beigelegt worden. Mentha habe, so Holding-Chef Georg Springer, seine Beschuldigung gegen Holender ("Holenders Aussagen sind gelogen") mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückgezogen. Außerdem habe man sich geeinigt, parallele Aufführungen, wie etwa bei Carmen und Traviata , künftig vermeiden zu wollen. Auch die Kooperation beider Häuser beim Einsatz der Sänger läuft wieder. Sollten Konflikte auftreten, dürfen diese, so der Aufsichtsrat, nur noch intern ausgetragen werden. Auch bezüglich der Gesamtbilanz hatte Georg Springer Gutes zu vermelden: Das zweite Geschäftsjahr (nach der Ausgliederung) habe einen Überschuss von 23 Millionen Schilling erbracht. Ein Plus, zu dem vor allem die Staatsoper mit knapp 19 Millionen beigetragen habe (erfolgreiche Verdi-Wochen und lukratives Japan-Gastspiel). Bis 2003 werden alle Häuser ausgeglichen bilanzieren. Das Burgtheater als "relativ schwierigster" Fall wurde aber aufgefordert, alle Ressourcen freizumachen, um im November einen ausgeglichenen Bilanzplan vorzulegen. Ab 2003 wird sich indes für alle Häuser ein Gesamtfehlbetrag von 93 Millionen auftun - diesbezügliche Gespräche mit dem Bund würden jedoch gut laufen, so Springer. Ein weiterer Brocken sind die anstehenden baulichen Sanierungsmaßnahmen (Fassadenrenovierung, Lüftungen) in Höhe von 243 Millionen. Ab 19. November wird übrigens die Volksoper, der Springer eine "zufriedenstellende" Finanz- und Ertragslage bescheinigt, vom Rechnungshof geprüft. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27./28. 10. 2001)