Washington - Die USA haben am Freitag den größten Auftrag in der Geschichte der Militärluftfahrt für mehr als 200 Milliarden Dollar (225 Mrd. Euro/ 3100 Mrd. S) für den Bau eines neuen Kampfjets vergeben. Der Joint Strike Fighter (JSF) enthält nicht absolute Spitzentechnologie, sondern ist vielmehr als kompatibler, kostengünstiger und vielseitiger Jagdbomber geplant. Das Unternehmen Lockheed Martin, das den Zuschlag erhielt, soll drei verschiedene Modelle für die US-Luftwaffe, die Navy und die Marines bauen. Insgesamt sind 3002 Flugzeuge geplant, 90 davon gehen an das amerikanische Militär. Nach derzeitiger Planung sollen die ersten einsatzbereiten Maschinen 2009 ausgeliefert und ein Jahr später bei den Marines in Dienst gestellt werden. Die Luftwaffe kann 2011 mit den Jagdbombern rechnen, die Navy und Großbritannien 2012. Harrier und F-16 sollen ersetzt werden Die verschiedenen JSF-Modelle sollen in den USA mehrere Maschinen-Typen ersetzen: den F-16 "Fighting Falcon", den Senkrechtstarter AV-8B "Harrier II", den A-10 Wart Hog und den F-14 Tomcat. Das große JSF-Modell für die Navy soll für Radar unsichtbar sein und auf Flugzeugträgern landen können, die Variante für die Eliteeinheit Marines und für das britische Militär Kurz- und Senkrechtstarts ermöglichen. Die drei Modelle sollen auf dem gleichem Fließband produziert werden und zu vier Fünfteln gleiche Komponenten haben. Ziel sind Einsparungen durch die erhöhte Produktion. Das Grundmodell des JSF für die US-Luftwaffe soll voraussichtlich etwa 30 Milliarden Dollar mit einem Wert von 1994 kosten. Großbritannien hat als vollständiger Partner des US-Programms im Jänner angekündigt, zwei Milliarden Dollar der insgesamt 25 Milliarden Dollar Entwicklungskosten zu übernehmen. Dänemark, Norwegen, die Niederlande, Kanada, Italien, Israel, die Türkei und Singapur sind ebenfalls an dem JSF-Kampfjet interessiert und haben zum Teil Kaufoptionen unterschrieben. Das US-Militär rechnet neben den bereits geplanten 3002 JSF-Modellen mit dem Verkauf weiterer rund 3000 Maschinen in den nächsten 30 Jahren an Partner und Alliierte. Diese Erwartung hatte ein General der US-Marines bei der Luftfahrtschau im Juni in Paris geäußert. (APA/Reuters)