"Sex ist nicht witzig", heißt es im Vorwort zu einem Büchlein, das auf den restlichen 103 Seiten das Gegenteil beweist. Und dass Computer und Altwerden traurige Angelegenheiten sind, glaubt man nach der Lektüre zweier verwandter Bände ebenso wenig. Vier geistesverwandte Meisterzeichner haben die neue Serie geschenkt im Falter Verlag eröffnet: Rudi Klein, Mahler, Much und Tex Rubinowitz zeigen in Sex ohne Würde, Computer ohne Gnade und Altern ohne Hose, dass sie aus jedem Problem einen fulminanten Kritzel-Cocktail von Bosheit, Kulturkritik und Nonsens brauen können. Es ist diese, den Lesern von Stadtblättern und Feuilletons von hier bis Hamburg nicht unbekannte Mischung, die den vier Künstlern ein besonderes Renommee gesichert hat, getrennt und gemeinsam: Klein, der Vater abartig veranlagter Kugelfiguren und böser Objet-trouvé-Späßchen; Mahler, der halbabstrakte Poet unter den Comics-Zeichnern; Much, der souveräne Chronist alternativer bis wiederangepasster Karrieren; und Tex Rubinowitz, der Meister des Unvorhersehbaren und scheinbar Sinnenentleerten. Der eine mehr krakelig, der andere ausgefeilt, mal redselig, mal lakonisch. Miteinander sind sie jedenfalls unschlagbar. (mf - ER STANDARD, Album, 27./28. 10. 2001)