Wien - Keine Ahnung, wer das braucht. Aber falls Sie zu jenen Menschen gehören sollten, die ab und an ein paar Blumen in der Waschmaschine reinigen wollen, dann ist nun der Augenblick des Frohlockens gekommen: Dieser Tage präsentierte der Waschmaschinenhersteller Miele einen Waschvollautomaten, in dem sogar Seerosen unbeschadet gesäubert werden können - sofern man auf Waschpulver verzichtet.

Allein: Österreichs Blumenwäscherszene dürfte wohl kaum groß genug sein, dass der Weißwarenhersteller die für 2002 angepeilte Marke von 17.000 Blümchenwaschmaschinen auch tatsächlich absetzen kann. Darum, erklärte Miele-Österreich-Chef Josef Vanicek, habe man sichergestellt, dass jene neuartig gelochte Trommel, die als "Revolution der Wäschepflege" gefeiert wurde, auch zur Reinigung von Textilien taugt. Und zwar - angeblich - supersanft: Die patentierte Lochung im Wabenmuster (die angeblich nichts damit zu tun habe, dass "Miele" recht nahe bei "Miel", dem Honig, zu finden ist) lässt die Wäsche auf einem Wasserfilm über der Trommel dahingleiten - und kommt mit 45 Liter Wasser pro Waschgang aus.

"Mindestes ein Jahr Vorsprung", erklärte Vanicek, habe der österreichische Wasch-Marktführer, der jährlich 38.000 der insgesamt rund 230.000 Waschmaschinenkäufer bestückt, so sanft freigespült. Dennoch: Die wahre Revolution des Waschens steht noch aus. Trotz Innenraumbeleuchtung werfen die rund 20.000 Schilling teuren Blütenwaschvollautomaten das Waschgut weder gartenluftgetrocknet noch gebügelt, geschweige denn zusammengelegt aus.

(DER STANDARD, Printausgabe, 29.10.2001)