Luxemburg - Mit einer diplomatischen Offensive will die Europäische Union einen weiteren Beitrag im Kampf gegen den Terrorismus leisten. Die Außenminister der Mitgliedsstaaten berieten am Montag in Luxemburg über die nächsten Schritte. Bereits am Dienstag soll eine Delegation nach Zentralasien reisen, wie aus EU-Kreisen verlautete. Unter Leitung des belgischen Außenministers Louis Michel, dessen Land derzeit die EU-Präsidentschaft inne hat, soll die Abordnung Usbekistan, Turkmenien und Tadschikistan besuchen. Außerdem seien Gespräche in Moskau geplant. Ein Schwerpunkt liegt nach EU-Angaben auch auf der Entwicklung in den zentralasiatischen Ländern. Auch Außenministerin Benita Ferrero-Waldner wird vom 31. Oktober bis 3. November in die zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken Kirgisien, Turkmenien, Usbekistan und Tadschikistan reisen und dabei auch Repräsentanten der legalen afghanischen Regierung treffen. Ziele der Reise sind dabei sowohl der Aspekt humanitärer Hilfe als auch die österreichischen Interessen und Kontakte zu den betreffenden Ländern. Ansatzpunkte für den Kampf gegen Terror Der außenpolitische Repräsentant der EU, Javier Solana, legte eine Liste mit Regionen vor, die der Unterstützung der EU bedürften. Er wollte die Außenminister über die aktuelle Lage in den zentralasiatischen Ländern informieren und Ansatzpunkte für mögliche EU-Hilfe im Kampf gegen den Terror nennen. Dazu zählten auch die Verbesserung der Grenzüberwachung und das Vorgehen gegen den Drogenschmuggel. Der Diplomat sollte die Minister weiter über die Ergebnisse seiner jüngsten Nahost-Reise und über die Lage in Mazedonien unterrichten. In einem Bericht nannten Solana und EU-Außenkommissar Christopher Patten die Entwicklung der Situation auf dem Balkan seit dem Stabilitätspakt für Südosteuropa von 1999 positiv. Es sei nun aber an der Zeit, die Zukunft des Pakts ins Auge zu fassen. Die beiden Politiker schlugen klarer definierte Ziele in der regionalen Zusammenarbeit und in der Lösung von Konflikten sowie in der Frage der größeren Rechte für Minderheiten vor. (APA/AP)