Braunschweig/Erfurt - Der Erfurter Schriftsteller Henning Pawel nimmt den Braunschweiger Friedrich-Gerstäcker-Preis nicht an. Als Grund nannte er nach einer Mitteilung der Stadt vom Montag die Diskussion um seine Vergangenheit. Nach der Nominierung Pawels war der 1994 erhobene Verdacht der Tätigkeit des heute 57-Jährigen bei der DDR-Staatssicherheit wieder wach geworden. Der mit 12.000 Mark (6136 Euro) dotierte Jugendbuchpreis sollte am 8. November übergeben werden. Die Dringlichkeitsanfrage bei der Gauck-Behörde entfalle mit der Nichtannahme des Preises. Pawel sollte den Preis für seinen Roman "Verbotener Sommer" erhalten. Der Autor sagte der dpa, es würden wegen des Buchpreises alte Anschuldigungen auf "denunziatorische Weise" wieder hervorgekramt. Pawel soll nach Angabe von Heinz Voigt von der Jenaer "Geschichtswerkstatt" als "IM Oertel" in den 70er Jahren zwei Fluchthelfer ins Gefängnis gebracht haben. Pawel nannte dies in einer Erklärung vom Montag an die "Braunschweiger Zeitung" "unsägliche, unwahre Behauptungen". Er kündigte Rechtsmittel gegen die Vorwürfe an. (APA)