Wien - Österreichs Unternehmen zählen zu den Vorreitern im europäischen E-Commerce. Nach einer jüngsten Umfrage des internationalen Beratungsunternehmens Accenture (vormals: Anderson Consulting) verkaufen bzw. kaufen bereits zwei Drittel der befragten heimischen Firmen - überwiegend Großunternehmen - via Internet. In Europa sind es nach der selben Studie erst 48 Prozent. Mehr als die Hälfte - konkret 53 Prozent - der Unternehmen halten E-Commerce mittlerweile für überlebensnotwendig, so die Studie "eEurope", die am Dienstag präsentiert wurde.Verzögerung Dennoch haben die Ereignisse der letzten Wochen auch in Österreich zu einer gewissen Verzögerung bei der Umsetzung von E-Commerce-Projekten geführt. "Über zwei Drittel der heimischen Firmen haben ihre Pläne geändert und adaptiert", erklärte Accenture Österreich-Geschäftsführer Wolfgang Gattermeyer. An finanzielle Kürzungen denkt dabei zwar keines der befragten Unternehmen, 53 Prozent wollen ihre Budgets allerdings auch vorerst nicht mehr erhöhen. Europaweit scheint die Stimmung noch etwas optimistischer: Hier wollen 36 Prozent ihre Budgets senken oder unverändert lassen, 60 Prozent sprechen noch von einer Zunahme der Investitionen. "Die weltweite Marktbereinigung im E-Commerce-Bereich hat Unternehmen zwar vorsichtiger gemacht, aus dem Wirtschaftsleben wegzudenken sind neue Technologien aber nicht mehr", meinte Gattermeyer. Zwei Milliarden Euro Umsatz Insgesamt wurden im vergangenen Jahr im österreichischen E-Commerce rund 2 Mrd. Euro (27,5 Mrd. S) umgesetzt. 1,6 Mrd. Euro entfielen dabei auf den Internethandel zwischen Unternehmen (B2B). EU-weit wurden im E-Commerce im Jahr 2000 rund 74 Mrd. Euro erwirtschaftet, im B2B-Bereich 57,5 Mrd. Euro. Im Geschäft mit dem Endkunden (B2C) wurde in Österreich ein Umsatz von 346 Mill. Euro erzielt, wobei nur sechs Prozent der Österreicher über das Internet einkauft. In der EU betrugen die B2C-Umsätze 12,9 Mrd. Euro. (APA)