Frankfurt - Der Umbau in der deutschen Finanzwirtschaft geht mit raschen Schritten voran. Die drei Frankfurter Großbanken Deutsche, Dresdner und Commerzbank haben sich nach langen Verhandlungen geeinigt, eine gemeinsame Hypothekentochter zu etablieren. Einzelheiten über die neue "Eurohypo" sollen in der kommenden Woche bekannt gegeben werden, wurde aus dem Kreis der beteiligten Institute bestätigt. 25 Prozent Marktanteil Mit dem Zusammenschluss der Immobilienfinanzierer Eurohypo (Deutsche Bank), Rheinhyp (Commerzbank) und Deutscher Hyp (Dresdner Bank) entsteht mit einer Bilanzsumme von fast 240 Mrd. Euro (3,3 Bill. S) die größte Hypothekenbank in der Bundesrepublik. Ihr Marktanteil summiert sich auf mehr als 25 Prozent. Die Fusion soll noch im zweiten Halbjahr nach der Zustimmung der Hauptversammlungen vollzogen werden. Deutsche und Commerzbank werden an dem Hypo-Riesen jeweils 35 Prozent, die Dresdner Bank 30 Prozent halten. Damit wird das Geschäft der Immobilienfinanzierung in Deutschland künftig von drei großen Hypothekeninstituten dominiert. Neben der Tochter der HypoVereinsbank in München (HVB Real Estate) gehört noch die Wiesbadener Deutsche Pfandbriefbank (Depfa) zu dem Triumvirat. Ein starkes Gewicht haben auch noch die Sparkassen - allerdings mit starker regionaler Ausrichtung. "Für die übrigen Institute wird es nun noch enger", wird am Bankenplatz Frankfurt die veränderte Lage kommentiert. Stellenstreichungen Nach bisher noch unbestätigten Informationen sollen 800 der insgesamt 3.000 Stellen dem Zusammenschluss zum Opfer fallen. Hintergrund der Fusion ist die Absicht der Großbanken, das Eigenkapital für die Unterlegung der Hypothekendarlehen freizubekommen. Der neue Hypo-Riese wird bei den Großbanken nur noch als Finanzbeteiligung und nicht mehr als konsolidierungspflichtige Konzerntochter in den Bilanzen geführt. Das damit frei werdende Kapital kann somit in lukrativeren Geschäftsfeldern eingesetzt werden. (APA/dpa)