Wien - Ein negatives Zeugnis für seine einjährige Amtsperiode erhielt am Mittwoch Frauenminister Herbert Haupt (F) von SPÖ-Bundesfrauenvorsitzenden Barbara Prammer und SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer. "Ein Jahr und eine Woche Haupt sind genug", so Stadlbauer bei einer Pressekonferenz. Egal wer in der FPÖ Frauenpolitik mache, es wirke sich immer negativ für Frauen aus. Gleichzeitig sprachen sich die SPÖ-Frauen auch für eine Abschaffung der Männerabteilung im Frauenministerium aus. "Frauen bleibt zu Hause" Schon seit Haupts Vorgängerin Elisabeth Sickl gebe es in der Frauenpolitik keinen Fortschritt mehr, betonte Stadlbauer. Haupt selbst stelle gleichzeitig den Mann in den Mittelpunkt seiner frauenpolitischen Überlegungen. "Befremdlich" ist für Stadlbauer auch die Botschaft von FPÖ-Frauensprecherin Theresia Zierler, die laute "Frauen bleibt zu Hause". Stadlbauer und Prammer präsentierten am Mittwoch auch ein "Schwarz-blaues Frauen ABC", in dem sie frauenpolitische Verschlechterungen von A bis Z anführen. Hervorgehoben wurde von Stadlbauer dabei etwa, dass Haupt das Fehlen von 100.000 Kinderbetreuungseinrichtungen negiere, obwohl der Bedarf vom statistischen Zentralamt erhoben worden sei. Risikogruppe: "Männliche Scheidungsopfer" Heftige Kritik übten Prammer und Stadlbauer auch an einer Studie zum Thema "Neue Risikogruppe männliche Scheidungsopfer", die vom Sozialministerium ausgeschrieben wurde. Es würde dabei eine "tendenziöse Fragestellung" vorgegeben, so Prammer. Es sei klar, was der Arbeitgeber wissen wolle. Grund für die Studie sind laut Stadlbauer 200 Briefe an die Männerabteilung mit Beschwerden über zu hohe Unterhaltszahlungen. Stadlbauer forderte auch die Auflösung der Männerabteilung. Der Sinn der Männerabteilung liege derzeit nämlich offensichtlich darin, Frauen nicht ernst zu nehmen, so Stadlbauer. Die Botschaft laute "ihr Männer seid arm". Der Sinn einer fortschrittlichen Männerpolitik wäre es aber, den Rahmen vorzugeben, dass Frauen die gleichen Chance erhalten, so Prammer.(APA)