Graz - Zum Gedenken an das Pogrom vom 9. November 1938 veranstaltet die Israelitische Kultusgemeinde in Graz eine Lesung in der Synagoge. Dabei wird Regisseur Imo Moszkowicz aus Werken jüdischer Dichter und Philosophen wie Jean Amery, Martin Buber, Theodor Herzl, Heinrich Heine und Marc Chagall vortragen. Die Israelitische Kultusgemeinde veranstaltet heuer zum ersten Mal seit November 1938 wieder ein eigenständiges Kulturprogramm. Imo Moszkowicz verlor seine Mutter und sechs Geschwister in Konzentrationslagern. In einem Interview erklärte er, dass "die Sehnsucht nach Kultur" ihn am Leben erhalten habe. Dem November-Pgrom fiel auch die alte Grazer Synagoge zum Opfer, sie wurde damals niedergebrannt. Der Theaterweg Moszkowiczs begann 1945 als Assistent von Gustav Gründgens und Fritz Kortner. Er hat als Regisseur zahlreiche Opern, Operetten, Theaterstücke und Musicals im deutschsprachigen Raum sowie in Südamerika und Israel inszeniert. In der Grazer Oper zeichnete er für die Produktionen "Arabella", "Zar und Zimmermann", "Hoffmanns Erzählungen" und "Beatrice und Benedikt" verantwortlich. (APA)