Wien - Die massive Anhebung der Maut auf der Trans-Austria-Gasleitung (TAG) durch die OMV sorgt für Empörung. Die Vervierfachung der Tarife bei der Hauptleitung nach Italien verwehrt Industriekunden weiter den Transport zu nicht diskriminierenden Tarifen, sagt Ulrich Schmidt, der Geschäftsführer des Consulters gas-alive.com.

Die Erhöhung entspreche zwar den Buchstaben der Liberalisierung, weil Industriekunden beim Netztarif nun nicht mehr gegenüber den internen Verrechnungen der Gasbranche diskriminiert seien. Laut Schmidt ist die Anhebung der Transporttarife aber gegen den Geist der Liberalisierung. Er vermutet, dass es zwischen OMV und den Landesversorgern, die ebenfalls höhere Maut zahlen müssen, Nebenabsprachen gebe.

Insider können sich vorstellen, dass die OMV einen Teil der Dividende, die ihr TAG-Anteil (elf Prozent) abwerfe, an die Landesgesellschaften rücküberweise, sodass die bisherigen diskriminierenden Tarife indirekt - unter dem Deckmantel von Dividendenzahlungen - wiederhergestellt würden.

Bei der OMV will man diese Vorwürfe nicht kommentieren. Ein Unternehmenssprecher wies aber darauf hin, dass die neuen Tarife nicht einmal eine Verdoppelung der bisherigen Gebühr darstellten und die TAG im Vergleich noch immer äußerst günstig sei.
Als einer der ersten Industriekunden ist Wienerberger wegen der Anhebung der Leitungsmaut auf die Barrikaden gegangen. Die Behinderung der Teilnahme am freien Gasmarkt bringt dem Unternehmen laut eigenen Angaben heuer Mehrkosten von über zehn Mio. S. (Rose, Der Standard, Printausgabe, 16.11.01)