Manchmal bleibt die Zeit auch im Internet stehen ... zum Beispiel, wenn eine Frau Mirschitzka auf gedanken.co.at ihre verbreitet - beleuchtet von oben - dem Göttlichen. Denn Homosexualität sei "eine Todsünde". "Schließlich ist sie (die Kirche, Anm.) dem Schöpfer verpflichtet, und IHM ist diese Angelegenheit ein Greuel." Für die Verbreitung solch rückständiger Ansichten (die restlichen Stichwörter wie "Verführung" und "Gewissensqual" seien nur der Vollständigkeit halber erwähnt) gehört der Autorin auf jeden Fall eine Riesenzitrone verliehen! Für die Argumentation des Bösen auf "totsuende.html" muss leider wieder einmal das göttliche Prinzip herhalten.Dass zumindest Teile der Kirche schon lange weiter sind, zeigt das Beispiel der Katholischen Männerbewegung, die im Sommer mit ihrem Positionspapier zur Homosexualität Staub aufgewirbelt hat, nachdem sie sich dafür ausgesprochen hatte, Lesben und Schwule staatliche Wege zur rechtlichen Anerkennung ihrer Lebensgemeinschaften zu eröffnen und ihnen den "kirchlichen Segen" in einer speziellen Feier anzubieten. Nun sind solche Seiten keineswegs neu und im Internet sicher auch öfters zu finden. Was jedoch sehr erstaunt, ist, dass der in Wien ansäßige Linde-Verlag (spezialisiert auf Fachzeitschriften und Fachbücher zu Steuer, Wirtschaft & Recht) diese Domain (gedanken.co.at) reserviert hat. Welcher Zusammenhang ist da nun herzustellen? Oder anders gefragt: Was bringt einen Fachverlag dazu, solcher Ideologie Raum und Platz zu bieten? Eine Gefälligkeit des Verlages gegenüber einem Autor (und dessen guter Freundin) sei der Grund, ergab ein Anruf von die Standard.at beim Verlag. Inzwischen "distanziert" sich der Verlag von der Seite, auch von deren Inhalten. Höchste Zeit! Die Seite war "geduldet" - bis zum Erscheinen der "Gedanken" über Homosexualität (übrigens "nicht die Gedanken des Linde-Verlages"). Das Erscheinen brachte dem Verlag "viel Ärger und Scherereien" ein (sicher auch von der Userin, die uns auf diese Zitrone hingewiesen hat). Und - hoffnungsvoll - ab nächstem Jahr wird der Verlag auch domain-mäßig nichts mehr mit der Seite zu tun haben. Es sei "ärgerlich, dass sie noch bei uns am Server liegt". Finden wir auch. Es stellt sich doch noch die Frage, warum der Verlag so lange mit der Seite in Zusammenhang gebracht werden kann - trotz Distanzierung von ihr und ihren Inhalten. Vielleicht hilft ja eine Zitrone zum schnelleren Beseitigen des Übels?!