Grafik: europlaza.at
Noch ist es offiziell nicht fix. Aber es wäre ein Anachronismus, wenn Schrack BusinessCom, die für Datenlösungen zuständige Tochter des Elektronikkonzerns Kapsch, nicht mit im Boot wäre, wenn das aus der Erde sprießende Euro Plaza auf dem Wienerberg ohne die hauseigenen Spezialisten verkabelt würde. "Noch ist es nicht so weit", betont Elisabeth Kapsch, die Geschäftsführerin der Kapsch Immobilien GmbH (KIM) und Bauherrin des auf 100.000 Quadratmeter konzipierten und 800 Millionen Euro (rund elf Milliarden Schilling) schweren Büro- und Businessparks, der nächst dem traditionsreichen Elektronikstandort der Kapsch-Familie entsteht. Die Auftragsvergabe soll im Jänner erfolgen. Zunächst dreht sich alles um Bauphase 1, den ersten von sieben Gebäudekomplexen, deren Prunkstück ein runder Turm werden soll. Soll deshalb, weil noch nicht feststeht, ob der Turm überhaupt kommt. Die grundsätzliche Genehmigung dafür sei aber vorhanden. Ist der Turm in fünf bis sechs Jahren noch ebenso attraktiv wie heute, wird er gebaut. Komplettservice Allein der erste Streich verschlingt 800 Millionen Schilling und wird im mittleren der drei blauen "Klötze" die Österreich-Tochter des Softwareriesen Microsoft beherbergen. Als Präjudiz sieht Kapsch die ersten Mieter - in den Bauteil C wird die Kapsch-Tochter Austria Telecommunication (AT) von der nahe gelegenen Triester Straße übersiedeln - nicht: Ziel sei eine Hightech-Ausstattung vom Feinsten, nicht aber ein "Silicon Valley" am Wienerberg. Zwecks Risikostreuung sollten die Mieter aus unterschiedlichen Branchen kommen. Und: Renommierte Namen haben Vorrang. Oberste Maxime ist, den Mietern möglichst viel Flexibilität zu geben, aber für erstklassige Mindeststandards zu sorgen. So sollen doppelte Böden und hängende (Zwischen-)Decken eine maximale individuelle Raumnutzung ermöglichen. Kleckern statt Klotzen Dahinter eine hochmoderne Gebäudetechnik und eine doppelte Telekommunikations- und Infotechnologie, die kaum eine Nutzungsmöglichkeit ausschließen. Insbesondere die IT soll alle Stückerln spielen: Minimum ist ein redundantes Glasfasersystem, das praktisch hundertprozentig ausfallsicher ist. "Alles andere käme für Hightech-Mieter nicht infrage", weiß Elisabeth Kapsch. Die Wahl des Betreibers bleibt den "Untermietern" überlassen. Apropos Klötze: Elisabeth Kapsch will nicht klotzen, sondern kleckern. Die wirtschaftliche Nutzung des Euro Plaza folgt einem flexiblen Konzept, das auf die Bedürfnisse der langfristigen Nutzer zugeschnitten ist. Die markanten Stahl-Glas-Aluminium-Konstruktionen der Phase 1 werden vermietet - der östliche Nachbar von Microsoft steht noch nicht fest -, und mit den Mieteinnahmen sollen die weiteren Stufen hereingespielt werden. Sollte für die weiteren Projektphasen Kaufinteresse bestehen, wird niemand vor die Tür gewiesen. Gespräche mit nationalen und internationalen Interessenten seien bereits im Gange, sagt Kapsch. (Luise Ungerboeck; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.11.2001)