Hamburg - Das deutsche Bundeskartellamt lehnt einem Magazinbericht zufolge die geplante Mehrheitsbeteiligung des Energiekonzerns E.ON an der Ruhrgas AG ab. Einen entsprechenden Brief habe das Kartellamt den beiden Firmen bereits am Freitag zugestellt, berichtete der "Spiegel" am Wochenende im Voraus. Die Behörde sehe es kritisch, dass die Ruhrgas im Fall der Übernahme größeren Einfluss auf eine Reihe lokaler und regionaler Gasversorger erhalte und E.ON zugleich seine Position auf dem Strommarkt stärke. Intern habe sich E.ON bereits auf weitreichende Auflagen der Behörde wie etwa einen Verkauf der Contigas und Thügas eingestellt, um die Bedenken der Kartellwächter auszuräumen. Ein E.ON-Sprecher wollte den Bericht am Sonntag auf Anfrage nicht kommentieren. Kompromisse vor der Tür In mit der Situation vertrauten Kreisen hieß es am Wochenende, von einer abschließenden Entscheidung der Kartellbehörde könne derzeit noch keine Rede sein. Vielmehr befinde man sich in einem Stadium, in dem die Beteiligten ihre Sicht der Dinge darstellen würden und man sich anschließend zusammensetze, um zu Kompromissen zu kommen. E.ON hatte Mitte November angekündigt, die Mehrheit an Deutschlands größtem Gasversorger Ruhrgas übernehmen zu wollen und dies bereits dem Bundeskartellamt zur Genehmigung angemeldet zu haben. Mit der Übernahme würde E.ON seine Gassparte signifikant ausbauen. Ruhrgas setzte den Angaben zufolge im Vorjahr mit rund 8500 Mitarbeitern 10,5 Milliarden Euro um. Die Ruhrgas ist direkt und indirekt mit insgesamt fünf Prozent an dem weltgrößten Gasproduzenten Gazprom aus Russland beteiligt. (APA/Reuters)