Brüssel/München - Um den letzten 4000 bis 6000 Grizzlybären in der kanadischen Provinz British Columbia ein Überleben zu ermöglichen, hat die EU jetzt dem Trophäentourismus einen Riegel vorgeschoben: Seit vergangener Woche dürfen Jäger sterbliche Überreste kanadischer Bären nicht mehr in die 15 EU-Staaten einführen. Laut der Münchner Artenschutzorganisation Pro Wildlife sind von diesem Importverbot neben deutschen vor allem österreichische Weidmänner betroffen: Auf ihr Konto gingen ein Großteil jener rund 100 Grizzlyabschüsse pro Jahr, die die kanadischen Behörden EU-Bürgern erlaubten. Insgesamt werden jährlich 300 nordamerikanische Braunbären erlegt. Pro Bärenjagd müssen Fans umgerechnet rund 150.000 Schilling investieren. Diese Summe werde niemand mehr aufbringen wollen, "wenn er die Trophäen nicht heimbringen darf", hofft nun Daniela Freyer von Pro Wildlife. (bri, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4. 12. 2001)