Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: APA/epa
Bukarest - Israels Außenminister Shimon Peres will nach seiner Rückkehr von der OSZE-Ministerkonferenz in Bukarest über einen möglichen Rücktritt entscheiden. Nach einem Treffen mit Ministerpräsident Ariel Sharon werde er eine Entscheidung fällen, sagte Peres am Dienstag. Zuvor hatten die Minister der Arbeitspartei von Peres aus Protest gegen den harten Kurs Sharons gegen die Palästinenser ein Treffen des israelischen Sicherheitskabinetts verlassen und die Regierung damit erneut in eine Krise gestürzt. "Terror gemeinsam bekämpfen" Peres sagte, er halte es für möglich, dass die Arbeitspartei die Regierungskoalition verlassen könnte. Es gebe zahlreiche Parteimitglieder, die die Zeit für einen Austritt gekommen sähen. Ob sie in der Mehrheit seien, sei jedoch ungewiss. Auf die Frage, ob Israel sich derzeit im Krieg gegen die palästinensische Autonomiebehörde befinde, erwiderte Peres, man müsse zunächst "den Krieg definieren, um im Zustand des Friedens zu sein". Israelis und Palästinenser müssten den Terror gemeinsam bekämpfen. Peres betonte, es sei nicht Ziel der israelischen Regierung, die palästinensische Autonomiebehörde zu stürzen. Peres forderte vor Journalisten Arafat mit Nachdruck auf, in den eigenen Reihen Führungskraft zu zeigen. Peres bekräftigt, er sehe noch immer eine Chance, den Konflikt mit den Palästinensern auf dem Verhandlungswege zu beenden. Der offenbar intern umstrittene PLO-Chef Arafat solle dabei eine wichtige Rolle spielen. "Arafat sollte noch eine Chance bekommen", sagte Peres. Berichte, denen zufolge Israel die Ausschaltung Arafats plane, wies Peres zurück. "Wir haben nicht vor, Arafat zu eliminieren." Von Arafat erwarte er, "dass er ein Führer wird, der Entscheidungen trifft", und zwar "pragmatisch, nicht nur rhetorisch". Jetzt agiere Arafat "zögerlich". Wenn der PLO-Chef "jetzt keine Führungskraft beweist, wird er überrollt werden". "Die Amerikaner sagen "Schlag" - ich würde ein anderes Wort benutzen" Man müsse den Terrorismus bekämpfen, dürfe aber nicht "die Tür (für Verhandlungen) zuschlagen", sagte Peres weiter. Über seine Gespräche mit US-Außenminister Colin Powell in Bukarest sagte Peres, Powell habe die US-Position bekräftigt, dass Israel das Recht habe, sich zu wehren. Er sei sich mit Powell einig, dass nun der Augenblick gekommen sei, "die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um das Töten von Menschen zu beenden". Zu den israelischen Gegenschlägen sagte Peres, diese sollten "ein Signal" sein und "nur eine materielle Vergeltung". Peres distanzierte sich allerdings von der Bezeichnung "Gegenschlag". "Die Amerikaner sagen "Schlag" - ich würde ein anderes Wort benutzen", sagte er. Peres betonte, dass seine Partei entschlossen sei, in Fragen der Palästinenser-Politik bei ihrer Position zu bleiben. "Wir müssen bei unseren Prinzipien bleiben, dass die palästinensische Verwaltung nicht vernichtet werden darf." Peres hatte in Bukarest an der 9. Ministerratskonferenz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) teilgenommen. Dabei war er auch mit Powell zusammengekommen.(APA/dpa)