Brüssel/Berlin - Die NATO steht nach Angaben aus Bündniskreisen vor der Verlängerung ihres von Deutschland geführten Mazedonien-Einsatzes um weitere drei Monate. Ein Schreiben der mazedonischen Regierung, in dem um einen weiteren Verbleib der Truppen im Land gebeten werde, sei bei der NATO eingegangen, hieß es am Mittwoch in Brüssel. Die NATO werde nun voraussichtlich im Verschweigeverfahren einer Verlängerung des am 26. Dezember auslaufenden Mandats zustimmen. Die Verlängerung des Mazedonien-Einsatzes gilt im Verschweigeverfahren als angenommen, wenn keines der NATO-Länder Einspruch dagegen erhebt. Das bisherige Mandat solle nicht geändert werden, hieß es in den Bündniskreisen in Brüssel. Die Fraktionen im deutschen Bundestag einigten sich unterdessen in Berlin, dass das Parlament am Donnerstag kommender Woche über die Verlängerung entscheiden soll, teilte eine SPD-Sprecherin am Mittwoch mit. Die rund 1.000 NATO-Soldaten schützen im Rahmen der Operation "Amber Fox" in Mazedonien internationale Beobachter, die den Friedensprozess begleiten. Zuvor war am 13. August ein Friedensabkommen unterzeichnet worden, der den Konflikt zwischen albanischen Separatisten und der Regierung in Skopje beenden soll. Die NATO und die mazedonische Regierung hatten sich im September darauf geeinigt, dass die Soldaten des Verteidigungsbündnisses zunächst für drei Monate im Land bleiben sollen, eine Verlängerung wurde aber bereits damals ins Auge gefasst. Zuvor sammelte die NATO im Rahmen der Operation "Essential Harvest" Waffen der albanischen Freischärler ein. Die deutsche Bundeswehr hatte mit "Amber Fox" erstmals die Führung eines NATO-Einsatzes übernommen. Der deutsche Bundestag hatte am 27. September der Entsendung von 600 deutschen Soldaten nach Mazedonien mit breiter Mehrheit zugestimmt. Auch für eine Verlängerung des Einsatzes ist eine ausdrückliche Zustimmung des Bundestages verfassungsrechtlich notwendig. (APA/Reuters)