Wien - Ein zentrales Thema der vierten Sitzung der Tunnelkommission war die neue Gefahrgut-Verordnung. "Es ist noch nicht aller Tage Abend", erklärte der Vorsitzende, Hermann Knoflacher. Der neue Tunnelinspektor Rudolf Hörhan gab einen ersten Tätigkeitsbericht und kündigte neue Maßnahmen an. In Plabutsch-, Gleinalm-, und Pfändertunnel sollen im kommenden Jahr die Sicherheitseinrichtungen verbessert werden.Für sieben einröhrige Tunnel sei Risikoanalyse geplant Zwei Verfahren wegen Vertragsverletzung bei der EU hätten letztlich zu der neuen Gefahrgut-Verordnung geführt, erklärte Knoflacher. Für die sieben einröhrigen Tunnel, bei denen eine "theoretische Sicherheitseinbuße" befürchtet werden müsse, sei aber eine Risikoanalyse geplant. Ergänzende Bestimmungen wären durchaus möglich, aber praktisch könne eine größere Gefahr nicht belegt werden, so der Experte. Man habe erst rund 50 Jahre Erfahrung mit Tunnelsicherheit. Erst durch die vergangenen Katastrophen hätten die Fachleute Gehör gefunden. Schulungen für die Tunnelwarte Die Kontrolle der Tunnel auf Süd- und Pyhrnautobahn sowie auf der Semmering-Schnellstraße sei durchaus positiv verlaufen, erklärte Hörhan. Er habe ein "großes Bemühen" des Personals feststellen können. Allerdings sei für Jänner geplant, zusammen mit den Ländervertretern auch intensive Schulungen für die Tunnelwarte zu organisieren. In Österreich fehlten geeignete Lösch-Prüfeinrichtungen Die Kommission müsse noch viele Brandschutz- und Löschentwicklungen testen, erklärte Knoflacher. In Österreich fehlten aber geeignete Prüfeinrichtungen. Auch die Forderung der Feuerwehren nach besserer Ausrüstung müsse "man sich ansehen". Entscheidend bei einem Brand sei aber das Verhalten der Autoinsassen. Die ersten Sekunden würden entscheidend sein. "Es überlebt nur, wer sofort flüchtet". Sicherheitseinrichtungen Die Sicherheitseinrichtungen im Pfändertunnel auf der Rheintalautobahn (A14) sowie auf der Phrynautobahn (A9) im Gleinalm- und Plabutschtunnel auf den neuen Standard des Bosrucktunnel werden, kündigte Hörhan an. Rund 40 Millionen Schilling (2,91 Mill. Euro) werden dafür verwendet. Grundsätzlich sei es wichtiger, erst die Fehler im alten System zu beheben, bevor Neubauten vorgenommen werden, hieß es. Insgesamt habe sich die Kommission mittlerweile eingespielt, berichtete Knoflacher. So sei es auch möglich gewesen, rasch "Kleinigkeiten" zur Hebung der Verkehrssicherheit zu beschließen. Schon Anfang des kommenden Jahres sollen etwa Informationstafeln in einem größeren Abstand zu den Portalen aufgestellt werden. Die Information im Tunnel via Radio mit Verhaltenstipps werde schon bald Realität. (APA)