Zagreb - Gegen den erbitterten Widerstand de rNationalisten hat das kroatische Parlament am Mittwoch dasAssoziierungsabkommen mit der Europäischen Union ratifiziert. Das Abkommen sieht unter anderem die Schaffung einer Freihandelszone für Güter und Dienstleistungen innerhalb von sechs Jahren und eine verbesserte regionale Zusammenarbeit vor. Außerdem verpflichtet sich Kroatien, seine Gesetze an das Recht und die Standards der EU anzupassen. Nach Mazedonien und Slowenien ist Kroatien das dritte Land des früheren Jugoslawien, das ein solches Abkommen mit der EU unterzeichnet hat. Aus Protest gegen die Ratifizierung verließen die nationalistischen Abgeordneten vor der Abstimmung das Parlament. Sie kritisierten, das Abkommen gebe Kroatien keine Gewähr für einen zukünftigen EU-Beitritt. Außerdem bestehe die Gefahr, dass Kroatien wieder eine politische Union mit seinen Nachbarn auf dem Balkan aufgezwungen werden könnte. Die Gegner des Abkommens hatten argumentiert, dass für die Ratifizierung eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament erforderlich sei, meldet die kroatische Nachrichtenagentur HINA. Mit ihm würden nämlich einige in der kroatischen Verfassung festgeschriebene Souveränitätsrechte an die EU abgetreten. Der zuständige Parlamentsausschuss schloss sich dieser Meinung nicht an. Es reiche die einfache Mehrheit aller Abgeordneten. (APA/Reuters/HINA)