Hut ab. Die ganze Welt taumelt in die schlimmste Wirtschaftskrise seit zwanzig Jahren. Die ganze Welt? Aber nein. Ein kleines Land, bewohnt offensichtlich vor allem von katastrophenresistenten Mozartkugeln und Lipizzanern, wehrt sich. Österreichs Wirtschaft "stagniert nur auf hohem Niveau" (der Bundeskanzler). Von Rezession weit und breit nichts zu sehen, auch der Himmel tiefblau. Höchstens der eine oder andere Arbeitslose, der sich wohlig in der Hängematte räkelt. Doch diese mit allen Wassern gewaschene österreichische Regierung lässt sich vom schönen Wirtschaftswetter nicht beeindrucken. Sie baut vor. Und wie. Sie lässt ihre brillanten internationalen Kontakte spielen - und schon ist ein Paket mit "Kaufkraftimpulsen" von achtzig Milliarden Schilling geschnürt, geht aus einem Arbeitspapier hervor. An wichtigsten "Maßnahmen" wurden vom Ballhausplatz aus weltweit der Ölpreis gesenkt, die Energiemärkte global liberalisiert, die Zinsen gestutzt und der Dow-Jones-Index angehoben. Ein kurzer Anruf von Peter Westenthaler, und Alan Greenspan lockerte freudig die Leitzinsen. Ein SMS von Susanne Riess-Passer, und die Opec nahm von umfangreicheren Förderkürzungen Abstand. Ein Wink von Martin Bartenstein, und schon sanken die Strompreise ins Bodenlose. Und Monika Forstinger verordnete der Wall Street im Rahmen einer Nummernverordnung einen Indexstand von über 10.000 Punkten. Verständlich, dass bei solch einem gebündelten internationalen Einsatz die kleinen, unwichtigen Dinge in Österreich länger brauchen oder gar abgesagt werden. Ladenöffnungszeiten, Gewerbeliberalisierung, breitere Steuersenkungen, um den privaten Konsum anzukurbeln: All das ersparte sich die Regierung weit blickend durch ihre globalen Schachzüge. Einfach genial.