Seattle - Ein mutmaßlicher Serienkiller, der möglicherweise bis zu 49 Frauen in den USA getötet hat, ist am Montag wegen Mordes in vier Fällen angeklagt worden. Der 52 Jahre alte Mann könnte der so genannte "Green River Killer" sein, der in den 80er Jahren sein Unwesen trieb. Die Polizei hatte den seit Jahren unter Verdacht stehenden Gary Ridgway am vergangenen Freitag in Seattle (US- Bundesstaat Washington) verhaftet. Mit Hilfe verfeinerter DNA-Tests konnte der Tatverdächtige erst jetzt mit den vier Mordopfern in Verbindung gebracht werden. Damit steht nach einer Jahrzehnte langen Fahndung eine der schlimmsten Mordserien in der US-Kriminalgeschichte möglicherweise vor der Aufklärung. Dem "Green River Killer" sind in den achtziger Jahren vor allem Ausreißerinnen und Prostituierte zum Opfer gefallen. Viele der Toten wurden am Green River zwischen Portland und Seattle gefunden. Ridgway, der bereits zwei Mal verhaftet wurde, weil er sich Prostituierten genähert hatte, geriet damals unter Verdacht, konnte aber aus Mangel an Beweisen nicht belangt werden. Zum Verhängnis wurde ihm nun eine Speichelprobe, die er 1987 gegeben hatte. Verfeinerte DNA-Tests wiesen jetzt eine direkte Verbindung mit drei Opfern nach. Bei der vierten Frauenleiche wurden andere Indizien gefunden, die auf seine Täterschaft hindeuten. Die kanadische Polizei ermittelt, ob die "Green River"-Mordserie möglicherweise mit ungeklärten Morden in Vancouver zusammenhängt. Seit 1984 soll ein Serien-Killer dort über 40 Frauen, meist Prostituierte, umgebracht haben. Die Frauen wurden als vermisst gemeldet. Von den Leichen fehlt bisher jede Spur. Ridgway hat seit den achtziger Jahren seine Unschuld beteuert. Der verheiratete Mann lebte mit seiner dritten Ehefrau in einem ruhigen Vorort von Seattle. Seit über 30 Jahren war er bei derselben Speditionsfirma als Fahrzeugmaler angestellt. Nachbarn und Arbeitskollegen beschrieben ihn als unauffälligen "netten Kerl". (APA)