Wien (APA) - Der Wiener Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Sepp Rieder (S) hat am Donnerstag relativ gelassen auf die FP-Ankündigung reagiert, eine Überprüfung des KWK-Zuschlages durch EU und Volksanwaltschaft zu initiieren: "Wienstrom scheut keine wie immer geartete faire Überprüfung der Kalkulationen zum Zustandekommen des Ökö-KWK-Zuschlags." Auch der E-Control würden alle entsprechenden Unterlagen, welche die Angemessenheit des Zuschlags bestätigen, übermittelt werden. "Bedauerlich" sei jedoch die neuerliche Instrumentalisierung der Volksanwaltschaft für eine freiheitliche Polit-Aktion gegen Wien, die der Glaubwürdigkeit der Institution Volksanwaltschaft nicht gerade zuträglich sei, betonte Rieder. Der SP-Stadtrat forderte zudem erneut, dass FPÖ-Finanzminister Karl-Heinz Grasser die - auf über 20 Groschen verdoppelte - Energieabgabe im Hinblick auf Wettbewerbsnachteile für Wirtschaft und die Bevölkerung überprüfen solle. Oxonitsch: FPÖ-Kritik "scheinheilig" Der Vorsitzende des Wiener SP-Gemeinderatsklubs, Christian Oxonitsch, bezeichnete die Kritik der Freiheitlichen als "in höchstem Maß scheinheilig und daher völlig unglaubwürdig". Bevor die Wiener FPÖ von anderen Strompreissenkungen fordere, solle sie besser vor der eigenen Tür kehren und die Rücknahme der von ihren Parteifreunden im Bund mitbeschlossenen Verdopplung der Energiesteuer zurücknehmen sowie auf die nunmehr zusätzliche Belastung der Stromkunden durch die Besteuerung der Zuschläge auf den Stromtarif verzichten. Wienstrom habe jedenfalls bei der Kalkulation des KWK-Zuschlags nichts zu verbergen, setzte Oxonitsch fort. Die festgesetzte Höhe beruhe auf genauen Kalkulationen sowie externen Gutachten und damit auf der Tatsache, dass Wien mit seinen Kraftwerken den bei weitem größten Anteil dieser umweltfreundlichen Form der Energiegewinnung aufweise. Die Wiener FPÖ hat am Donnerstag in einer Pressekonferenz Schritte präsentiert, die zum Fall - oder zumindest zur Senkung - des von ihr kritisierten Wiener KWK-Zuschlages beitragen sollen. Nach Ansicht der Freiheitlichen ist der Netz-Zuschlag für die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) mit 10,22 Groschen pro Kilowattstunde viel zu hoch. Sie wollen nun unter anderem die Volksanwaltschaft einschalten. Der Wiener Finanzstadtrates Sepp Rieder (S) hatte in seiner Pressekonferenz am Vortag davon gesprochen, den Zuschlag nur dann aufzuheben, wenn Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F) auf die Energieabgabe verzichte. (APA)