New York - Im Kartellverfahren gegen Microsoft wollen neun US-Bundesstaaten den Softwaregiganten zwingen, das populäre Büroprogramm MS Office auch für das offene Betriebssystem Linux anzubieten. Außerdem soll Microsoft verpflichtet werden, MS Office für das Macintosh-System von Apple Computer nicht vom Markt zu nehmen. Das verlangen die Bundesstaaten, die dem außergerichtlichen Vergleich mit Microsoft nicht zugestimmt haben, berichtet das "Wall Street Journal" am Freitag. Weiterhin soll Microsoft gezwungen werden, in seinem neuen Betriebssystem Windows XP die plattformunabhängige Programmiersprache Java vom Konkurrenten Sun Microsystems wieder zu unterstützen.Vergleichsverhandlungen Die neun US-Bundesstaaten müssen ihre Forderungen am Freitag beim zuständigen Gericht einreichen. Der Softwarekonzern kann dann bis Ende Dezember auf die Eingabe reagieren. Über den Vergleich soll dann am 4. März 2002 mündlich verhandelt werden. Das von dem Finnen Linus Torvalds entwickelte offene Betriebssystem Linux stellt im Bereich der Server bereits eine Alternative zu Windows von Microsoft dar. Bei den herkömmlichen Desktop-Computern verfügt Linux aber nur über einen marginalen Marktanteil. Branchenbeobachter führen dies unter anderem auf das Fehlen des marktführenden Büroprogramms MS Office für die Linux-Plattform zurück. "Schlagstock" In dem Kartellverfahren gegen Microsoft waren unter anderem interne E-Mails bekannt geworden, wonach Microsoft die Zusage für die Weiterführung der Office-Produktreihe für das Apple-Betriebssystem als "Schlagstock" gebrauche, um Zugeständnisse von Apple zu erhalten. Apple-Chef Steve Jobs hatte 1997 nach einer Zusage von Microsoft-Gründer Bill Gates für eine Fortsetzung des Office-Programms für den Mac Klagen gegen Microsoft zurückgenommen und eine 150-Mill.-Dollar-Investition von Microsoft akzeptiert. Apple verwahrte sich unterdessen gegen eine Einmischung der Bundesstaaten in die Beziehungen zwischen den beiden Firmen. "Wir arbeiten eng mit der Macintosh-Abteilung bei Microsoft zusammen, um tolle Produkte auf den Markt zu bringen. An dieser Partnerschaft wird sich nichts ändern", sagte Apple-Sprecherin Katie Cotton. (APA/dpa)