Linz - Im Prozess gegen vier junge Mühlviertler, denen nationalsozialistische Wiederbetätigung und absichtliche Körperverletzung in zahlreichen Fällen vorgeworfen wird, haben heute, Freitag, um 9 Uhr im Linzer Landesgericht die Beratungen der Geschworenen begonnen. Mit dem Urteil wird in den Abendstunden gerechnet. Die vier jungen Männer im Alter zwischen 19 und 23 Jahren hatten im Mühlviertel eine Skinhead-Gruppe gegründet. Sie traten vor allem bei Zeltfesten und ähnlichen Veranstaltungen negativ in Erscheinung, einerseits weil sie lautstark Nazi-Parolen und den "Hitler-Gruß" brüllten, andererseits durch das Anzetteln von Raufereien. Dies trug ihnen die Anklage wegen Wiederbetätigung und absichtlicher schwerer Körperverletzung ein. Die Jugendlichen bekannten sich beim Prozess nur teilweise schuldig, es sei ihnen um das "Gruppenerlebnis" und nicht um die NS-Ideologie gegangen. Die Verteidigung argumentierte, es habe sich bei den Burschen um "keine großen Nummern in der Wiederbetätigungsszene" und um keine "staatsgefährdenden Elemente" gehandelt. Der Staatsanwalt forderte hingegen im Schlussplädoyer Schuldsprüche im Sinne der Wiederbetätigungs-Anklage. (APA)