Das Hamburger Landgericht hat dem Stromversorger E.ON Energie wesentliche Teile seiner "MixPower"- Kampagne in einer einstweiligen Verfügung verboten. E.ON darf demnach vorerst nicht mehr damit werben, dass der Kunde mit MixPower die freie Wahl über die Energiequellen seines Stroms hat, wie der Anwalt der Klägerfirma des Hamburger Energieversorgers Hansestrom am Freitag erklärte. Das Unternehmen warf E.ON in zentralen Aussagen der Kampagne "irreführende Werbung" vor.Strommodell darf nicht als "umweltorientiert" bezeichnet werden E.ON dürfe zudem ein Strommodell nicht mehr als "umweltorientiert" bezeichnen, wenn es mit Atomkraftstrom beinhalte, erklärte Hansestrom-Anwalt Andreas Grigoleit. Seinen Angaben zufolge muss damit die bundesweite E.ON-Werbekampagne mit Arnold Schwarzenegger und Oliver Kahn "in allen Medien in der bestehenden Form eingestellt werden". Auch Verbraucherschützer hatten die Werbung zuvor hart kritisiert. Der Hamburger Entscheidung lag ein Werbeprospekt von E.ON zu Grunde. Kein Bezug zur Realität im Stromgeschäft Das Angebot von E.ON, der Verbraucher könne seinen Strom aus Sonne, Kohle, Wind, Biogas oder Wasser zusammenstellen, "hat mit der Realität im Stromgeschäft rein gar nichts zu tun", begründete Grigoleit die Klage der Hansestrom, die zu 50 Prozent einem finnischen Stromkonzern gehört. Verstoße der E.ON gegen die Anordnung des Gerichts, drohe dem Konzern bis zu 500.000 Mark (255.646 Euro/3,52 Mill. S) Ordnungsgeld, erklärte der Klägeranwalt. Bereits im August diesen Jahres hatte das Oberlandesgericht München E.ON eine ähnliche Kampagne verboten. Die Richter gaben einer Klage der Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Baden-Württemberg wegen Irreführung im Wettbewerb statt und untersagten dem Konzern, damit zu werben, 100 Prozent Strom aus Wasserkraft zu liefern. (APA/AP)