Wien - Im Zuge des am Freitag in Brüssel stattfindenden EU-Verkehrsministerrats hat die SPÖ Verkehrsministerin Monika Forstinger (F) dazu aufgefordert, sich bei dem heiklen Thema einer Nachfolgeregelung für den Ende 2003 auslaufenden Transitvertrag nicht nur auf die Kommission zu verlassen, sondern auch kreative Vorschläge zu unterbreiten. Beispielsweise wäre "eine Lkw-Maut von 10 S pro Kilometer gerechtfertigt, wenn man die Schäden auf der Straße, die durch den Lkw-Verkehr verursacht werden, berücksichtigt", meinte der Tiroler SPÖ-Abgeordnete Erwin Niederwieser am Freitag in einer Aussendung. Außerdem appellierte Niederwieser an Forstinger, sich beim EU-Verkehrsministerrat nicht nur Feinde zu schaffen, sondern auch Verbündete zu suchen. Verkehrskommissarin Loyola de Palacio könnte nach Ansicht Niederwiesers "durchaus eine Verbündete Österreichs sein". Ausschlaggebend am neuen Kommissionsvorschlag sei, dass er vor allem die Ziele einer Lärm- und Schadstoffreduktion beinhalte und langfristig gültig sei, so der Abgeordnete. VCÖ verlangt Lkw-Maut von mindestens sechs Schilling Auch der Verkehrsclub Österreich hat am Freitag eine Lkw-Maut von mindestens 6 S pro Kilometer gefordert. "Eine niedrigere Lkw-Maut hat wenig Wirkung. Der Lkw-Güterverkehr trägt derzeit bei weitem nicht die Kosten, die er verursacht", erklärte VCÖ-Verkehrsexperte Wolfgang Rauh in einer Presseinformation. Darüber hinaus erwartet sich der Verkehrsclub, dass Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) beim EU-Gipfel 14. und 15. Dezember in Laeken auch darauf drängt, dass eine Bemautung des gesamten Straßennetzes erlaubt wird. Die im EU-Weißbuch vorgesehenen "sensiblen Regionen" reichten nicht aus, um den Lkw-Güterverkehr im nötigen Ausmaß einzubremsen. Zudem müsse auf der anderen Seite der Bahnausbau verstärkt von der EU gefördert werden. "Heute werden mit EU-Geldern vor allem Autobahnen gebaut und damit die Verkehrslawinen der Zukunft losgetreten", kritisiert Rauh. (APA)