Die Münchner Staatsanwaltschaft hat nach "Spiegel"-Informationen einen SPD-Mitarbeiter im Parteispenden-Untersuchungsausschuss des Bundestages wegen Geheimnisverrats angeklagt. Wie das Hamburger Magazin am Samstag im Voraus berichtete, werfen die Ermittler dem Fraktionsreferenten des SPD-Obmanns Frank Hofmann vor, Informationen aus einer als vertraulich eingestuften Handakte der Augsburger Staatsanwaltschaft an die "Süddeutsche Zeitung" weitergegeben zu haben. Generalstaatsanwalt hatte Einfluß auf die Ermittlungen Das Blatt hatte am 5. Mai 2000 darüber berichtet, wie der Münchner Generalstaatsanwalt nach Auffliegen des Schwarzkontensystems der CDU Ende 1999 Einfluss auf die Ermittlungen der ihm nachgeordneten Augsburger Beamten genommen hatte. Der Chef der Augsburger Staatsanwaltschaft hatte daraufhin Anzeige erstattet. Nachdem Hofmanns Mitarbeiter durch eine Zeugenaussage in Verdacht geraten war, durchsuchten die Ermittler am 7. Februar dessen Büro im Bundestag. Die dabei sicher gestellten Unterlagen liegen allerdings noch immer unter Verschluss, weil mehrere SPD-Abgeordnete wegen der Durchsuchung Verfassungsbeschwerde eingereicht haben. Hofmanns Mitarbeiter bestreitet laut "Spiegel" die Vorwürfe. SPD und Grüne haben im übrigen den Verdacht, der Augsburger Oberstaatsanwalt habe die Akten nur als vertraulich eingestuft, um die Einflussnahme aus München zu vertuschen. (APA)