Kabul - Das Welternährungsprogramm (WFP) der UNO hat das bisher größte Lebensmittel-Hilfsprogramm für die Not leidenden Bewohner der afghanischen Hauptstadt Kabul eingeleitet. Der örtliche Chef des Programms, Fajas Shah, teilte am Samstag mit, es werde etwa eine Woche dauern, die Grundnahrungsmittel wie vorgesehen zu den 1,3 Millionen Menschen in der Stadt zu bringen. Internationale Hilfswerke richteten unterdessen einen Appell an die US-Regierung, die geplante Friedenstruppe für Afghanistan möglichst rasch auf den Weg zu bringen, damit auch humanitäre Hilfen in andere Landesteile geschickt werden könnten. Lebensmittelkarten in Kabul "Dies ist die größte Nahrungsmittel-Verteilung seit wir hier sind", sagte Schah, während sich Tausende in Kabul mit ihren Lebensmittelkarten um die Lastwagen mit der Weizen-Ladung drängten. Jeder, der eine dieser grünen Karten vorweisen kann, bekommt einen 50 Kilogramm Sack mit Getreide. Dies reicht zur Ernährung einer Familie rund einen Monat. In dem von der Nordallianz eroberten Kabul leben schätzungsweise 1,7 Millionen Menschen. Das WFP hat nach eigenen Angaben 2.400 Frauen und 1.200 Männer in den vergangenen Kriegswochen angeheuert, um die bedürftigsten Haushalte in Kabul zu ermitteln und diesen die Lebensmittelkarten auszuhändigen. "Brücke der Freundschaft" In einem Brief an die US-Regierung drängten unterdessen 160 zur Organisation Interaction zusammen geschlossene Hilfswerke auf rasche Aufbau einer Friedens- und Stabilisierungstruppe, um die Wiederaufnahme der aus Gründen der Sicherheit eingestellten Lebensmittellieferungen einleiten zu können. Millionen Menschen seien im herannahenden Winter vom Hungertod bedroht, sollte sich dies verzögern. Nach Angaben von US-Außenminister Colin Powell will Usbekistan die strategisch wichtige "Brücke der Freundschaft" nach Afghanistan öffnen. Dies bedeutet zugleich die Öffnung einer wichtigen Transport-Route für Lebensmittellieferungen. Die Brücke solle am Sonntag geöffnet werden, sagte Powell nach einem Treffen mit dem usbekischen Präsidenten Islam Karimow in Taschkent. (APA/Reuters)