Rom - Der italienische Justizminister Roberto Castelli hat die EU-Partnerstaaten am Samstag scharf kritisiert und seine Bedenken gegen den nur von Italien abgelehnten europaweiten Haftbefehl erneuert. "Die Freiheit der Bürger steht auf dem Spiel, es geht nicht bloß um eine Richtlinie über Fleischkonserven", sagte er nach Angaben des italienischen Fernsehens. Er werde nicht das italienische Volk verkaufen, nur um eine Einigung um jeden Preis zu erzielen, unterstrich der Politiker der rechtspopulistischen Lega Nord. In Wirklichkeit seien sehr viele Länder gegen dieses Abkommen, doch keines außer Italien bringe den Mut auf, dieses Problem aufzuzeigen, sagte Castelli. Italien will dem europäischen Haftbefehl nur dann zustimmen, wenn Verbrechen wie Korruption und Geldwäsche davon ausgenommen werden. Die anderen 14 EU-Staaten bestehen jedoch darauf, dass auch diese Delikte mit einbezogen werden. Als Grund für den italienischen Widerstand gilt eine Reihe von Gerichtsverfahren gegen den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi wegen Korruption und Bilanzfälschung. (APA)