Berlin - Die Zahl der registrierten weiblichen Tatverdächtigen unter 21 Jahren ist in Deutschland nach Informationen der "Welt am Sonntag" in den vergangenen fünf Jahren dramatisch gestiegen. Ihr Anteil sei zwischen 1995 und 2000 bundesweit um rund 30 Prozent gewachsen - von rund 125.000 im Jahr 1995 auf 163.000 im Jahr 2000, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Polizeistatistiken der Bundesländer. Im Bereich des Delikts Körperverletzung registrierten die Landeskriminalämter der Zeitung zufolge 1995 insgesamt 10.349 weibliche jugendliche Tatverdächtige, im Jahr 2000 waren es 16.855. Der Iserlohner Kinder- und Jugendpsychologe Arnd Stein nannte als Grund für die wachsende Kriminalität bei Mädchen das veränderte Rollenverständnis der Geschlechter. Mit zunehmender Emanzipation steige auch die weibliche Delinquenz, sagte er der Zeitung. "Typisch männliche Anteile nehmen in der Frau zu: Durchsetzungsfähigkeit, Selbstständigkeit und Ellenbogenfreudigkeit." Schließlich steige auch die Gewaltbereitschaft in einer Form an, wie sie bisher für Mädchen untypisch gewesen sei. (APA/AP)