London - Großbritannien hat sich zur Leitung der Friedenstruppe in Afghanistan bereit erklärt. Wenn die UNO London zur Leitung des Friedenseinsatzes auffordere, "werden wir das sehr sehr ernsthaft in Betracht ziehen", sagte Verteidungsminister Geoff Hoon am Sonntag dem Rundfunksender BBC. Einen Bericht des "Sunday Telegraph", demzufolge Premierminister Tony Blair die Entsendung von 10.000 Soldaten vorhat, bestätigte Hoon nicht. Der Verteidigungsminister sagte aber, er halte es für sinnvoll, dass ein Land den Großteil der 50.000 für die Mission vorgesehenen Soldaten stelle. "Wir haben den Krieg gewonnen. Es ist wichtig, dass wir den Frieden gewinnen." Für einen Militäreinsatz sei wichtig, dass er in Abstimmung mit den Vereinten Nationen, den USA und der Übergangsregierung in Afghanistan geschehe. Die Einzelheiten dazu seien noch nicht geklärt. Ein hochrangiger britischer Militärvertreter sagte dem "Sunday Telegraph", die Mission dürfe auf keinen Fall weitgehend unerfahrenen Ländern überlassen werden. "Wir können uns nicht darauf verlassen, dass Jordanien oder andere moslemische Länder die Lage in den Griff bekommen - da müssen wir schon selbst unsere besten Soldaten hinschicken", sagte der Offizier. Ein Friedenseinsatz könnte am 22. Dezember beginnen, dem Tag, an dem die Übergangsregierung Afghanistans eingesetzt wird. (APA)