Wien - In den letzten Tagen meldeten sich verstärkt Männer zum Thema Ladenöffnung zu Wort. Der dritte NR-Präsident Prinzhorn meinte in einem Kronenzeitungs-Interview, dass Ladenöffnungszeiten von 5.00 Uhr bis 21.00 Uhr "drin" seien. Nationalbank-Gouverneur Liebscher meinte, längere Öffnungszeiten bringen einen Konjunkturaufschwung und Arbeitsminister Bartenstein möchte den Kaufkraftabfluss ins benachbarte Ausland mit längeren Öffnungszeiten bekämpfen.Stadlbauer fordert Aufwertung des Frauenberufes Gegen die Verunsicherung durch die Diskussion über längere Ladenöffnungszeiten sprach sich SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer am Montag aus. "Weder Nationalbank-Gouverneur Liebscher noch Wirtschaftsminister Bartenstein noch FPÖ-Wirtschaftssprecher Prinzhorn haben ein einziges schlagkräftiges Argument für die Verlängerung der Öffnungszeiten vorgebracht", so Stadlbauer. Zur Ankurbelung der Konjunktur brauche es nicht längere Öffnungszeiten, sondern eine höhere Kaufkraft. Statt die Handelsangestellten zu verunsichern, wäre es angebracht, für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen. "Dazu gehört eine höhere Entlohnung und eine geregelte Arbeitszeit", so Stadlbauer. Dies würde eine Aufwertung dieses nach wie vor typischen Frauenberufes bedeuten. Kaufkraft Das Argument, wonach durch längere Ladenöffnungszeiten der Kaufkraftabfluss (in grenznahe Einkaufszentren) gestoppt werden könne, ließ Stadlbauer ebenfalls nicht gelten: Das sei primär eine Frage der Höhe der Preise und nicht der Länge der Ladenöffnungszeiten, so die SPÖ-Bundesfrauensekretärin. "Offensichtlich vergessen all jene, die nun laut nach einer Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten rufen, dass dies auch zusätzliche Rahmenbedingungen erfordert." Stadlbauer verwies etwa auf zusätzliche Kinderbetreuungseinrichtungen - "deren Bedarf seitens der Regierung bereits jetzt in Abrede gestellt wird" - , und auf einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs vor allem im ländlichen Bereich. (red)