Neu-Delhi - Nach zwei Jahrzehnten Krieg "sind wir müde. Aber davonlaufen kommt nicht infrage. Wir können uns nur stellen", erklärt Sahar Saba, außenpolitische Sprecherin der Revolutionären Vereinigung der Frauen von Afghanistan (Rawa). Rawa strebt ein säkulares, demokratisches Afghanistan an, in dem die Frauen alle Rechte genießen.Internationale Friedenstruppe unabdingbar Sollen in nächster Zeit die Grundlagen für einen solchen Staat gelegt werden, ist laut Saba die Entsendung einer internationalen Friedenstruppe unabdingbar. Rawa lehnt allerdings eine lediglich aus muslimischen Kontingenten bestehende Truppe ab und fordert FriedensschafferInnen diverser Konfessionen. Deren vordringliche Aufgabe müsste die Entwaffnung aller Mudjahedinfraktionen sein, da sonst die "Herrschaft des Terrors" nicht zu brechen sei. Taliban gleich Nordallianz Zugleich befürworten die Vertreterinnen der Rawa bei aller prinzipiellen Ablehnung der Monarchie eine vorübergehende Führungsrolle für Exkönig Zahir Shah, unter dessen Regime (1933-1973) es den Frauen ihrer Heimat am besten gegangen sei. "Der König kann die Demokratie nicht garantieren, aber er kann den Weg dahin bereiten helfen", erklärt Saba, für die die "barbarischen" Mitglieder der Nordallianz sich kaum von den Taliban unterscheiden. (STANDARD-Korrespondentin Brigitte Voykowitsch) (D ER S TANDARD , Print-Ausgabe, 11.11. 2001)