Belgrad - Die Demokratische Partei Serbiens (DSS) desjugoslawischen Staatspräsidenten Vojislav Kostunica hat am Dienstagvorgezogene Parlamentswahlen in Serbien verlangt. Die DSS istMitglied der in Serbien regierenden Koalition DOS, obwohl sie eineeigene Fraktion im Parlament gebildet hat. Es ist fraglich, ob dieDSS-Initiative im Parlament eine Mehrheit der Abgeordneten bekommt.Der Rest der DOS-Parteien verfügt über eine knappe Mehrheit imParlament. Damit hat sich die innenpolitische Krise in Serbien weiterzugespitzt. Das DOS-Präsidium lehnte am Vorabend ein Ultimatum derKostunica-Partei ab, mit dem die DSS das Amt des Parlamentspräsidenten für sich zurück gefordert hatte. Ihr Vertreter,Dragan Marsicanin, war in der Vorwoche mit den Stimmen der anderenDOS-Parteien abgewählt worden. Durch die Krise der einstigen Partnerkommt der Sozialistischen Partei des jugoslawischen Ex-PräsidentenSlobodan Milosevic mehr und mehr eine Schlüsselrolle zu. Auch sietritt für Neuwahlen ein. (APA/dpa)