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Pierre-Henri Bunel

Foto: APA/EPA/Guyot
Paris - Wegen des Verrats von NATO-Angriffszielen anBelgrad muss sich der ehemalige französische Major Pierre-Henri Bunelseit Dienstag vor einem Militärgericht verantworten. Der heute49-Jährige hat gestanden, ein halbes Jahr vor Beginn derNATO-Luftangriffe auf Jugoslawien 1999 geheime Informationen übermilitärische Ziele der Allianz an den Geheimdienst von PräsidentSlobodan Milosevic weitergeleitet zu haben. Bunel drohen bis zu 15Jahre Haft. Der Ex-Major führte zunächst humanitäre Gründe als Motiv an. Erhabe die serbische Führung im Herbst 1998 von der Glaubwürdigkeit dermilitärischen Bedrohung und damit zum Einlenken im Kosovo-Konfliktüberzeugen wollen. Vor Prozessbeginn erklärte Bunel dann, er sei vomfranzösischen Militärgeheimdienst DPSD beauftragt werden. "Ich binkein Verräter. Ich habe getan, was man mir gesagt hat." DieInformationen hätten die NATO-Operationen in keiner Weise gefährdet. Treffen mit serbischem Geheimdienstoffizier Bunel war 1998 Kabinettschef des ranghöchsten MilitärvertretersFrankreichs bei der NATO in Brüssel. Zwischen Juli und Oktober 1998traf er sich mehrfach mit dem serbischen Geheimdienstoffizier JovanMilanovic. Am 31. Oktober wurde er festgenommen und saß zehn Monatein Untersuchungshaft. Die Anklage des Militärgerichts in Pariserklärte, Bunel habe die Bedeutung der an Belgrad weitergeleitetenDokumente unterschätzt. Der Kosovo-Krieg begann im Frühjahr 1999. Einen Monat vor seiner Festnahme bat Bunel um seine Versetzung inden Geheimdienst, da er sich nicht länger mit Verwaltungsaufgabenherumschlagen wollte. Im Golf-Krieg hatte sich der Arabischsprechende Soldat seine Meriten verdient und war als einer von vierFranzosen von US-General Norman Schwartzkopf ausgezeichnet worden. Bunel warf den USA vor, seinen Sturz betrieben zu haben. Er habeals pro-serbischer Verräter da stehen sollen, damit die AmerikanerDruck auf Frankreich hätten ausüben können, erklärte der Ex-Majorweiter. Der Prozess vor dem Militärgericht ist auf zwei Tageangesetzt. (APA/AP)