Moskau - Die russische Führung hat am Dienstag trotzanders lautender Medienberichte Planungen für eine Beteiligung aneiner UNO-Schutztruppe für Afghanistan abgestritten. "Russland hatüberhaupt keine Pläne, Wünsche oder Absichten, irgendwelcheMilitäreinheiten nach Afghanistan zu schicken", sagteVerteidigungsminister Sergej Iwanow in der Stadt Rostow am Don.Dagegen zitierte die Moskauer Tageszeitung "Kommersant"Generalstabsoffiziere mit den Worten, es würden "weniger als 1000Soldaten" nach Afghanistan geschickt. Nach dieser neuen Lesart könnten die Friedenstruppen eingesetztwerden, um Hilfstransporte zu schützen. Das russische UNO-Kontingentfür Afghanistan solle aus der 201. Panzergrenadier-Divisionrekrutiert werden, die in Tadschikistan an der Grenze zu Afghanistanstationiert ist. Eine russische Beteiligung war bisher mit demHinweis auf den verlorenen Afghanistan-Krieg der Sowjetunion (1979-1989) abgelehnt worden. Außenminister Igor Iwanow schloss ebenfalls eine Entsendung vonSoldaten derzeit aus. Er verwies aber auf die bereits in Afghanistaneingesetzten russischen Soldaten zum Schutz humanitärerEinrichtungen. "Tatsächlich gibt es dort Einheiten, die unsererussischen Staatsbürger beschützen", sagte Igor Iwanow nach Meldungender Agentur Interfax. (APA/dpa)