Graz - Die Zahl jener politischen Beobachter, die die Entwicklungen in der steirischen SPÖ noch nachvollziehen können, dürfte von Tag zu Tag geringer werden: Nachdem Noch-Parteichef Peter Schachner-Blazizek vor wenigen Tagen bekräftigt hatte, dass er den Favoriten für seine Nachfolge, Landesrat Günter Dörflinger , "aus dem Rennen genommen" habe, überraschte Schachner am Dienstag mit der Ankündigung, wenn Dörflinger am Parteitag kandidiere, sei "alles wieder ganz anders".

Mittlerweile hat Dörflinger aber seinen Ausstieg aus der Politik mit der Unterzeichnung eines Vorstandsvertrages bei der Leykam AG beschlossen und "denkt nicht" an ein "Comeback vor dem Rücktritt".

Eine Vorentscheidung über die Schachner-Nachfolge soll am Samstag in den Sitzungen der Spitzengremien fallen. Ursprünglich war der Freitag dafür vorgesehen gewesen. Schachners Favorit ist momentan Merkur-Direktor Franz Voves. Selbst kandidieren will Exfinanzlandesrat Hans Joachim Ressel.

Wie aus Kreisen der Parteispitze bekannt wurde, soll auch der Vorstandschef der Bank für Kärnten und Steiermark (BKS), Bernhard Türk, von Schachner "bekniet" worden sein. Türk dementiert: "Ich habe natürlich mit Peter Schachner etliche Gespräche geführt, bin aber nicht gefragt worden. Aber es kann schon sein, dass mein Name aufgetaucht ist." (mue, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 12.12.2001)