London - Dem mutmaßlichen Terroristen Osama bin Laden droht bei einer Auslieferung in die USA die Todesstrafe. In den USA gebe es sowohl in einzelnen Bundesstaaten als auch auf nationaler Ebene die Todesstrafe, sagte US-Justizminister John Ashcroft am Mittwoch in London. Er reagierte damit auf eine Erklärung des britischen Verteidigungsministers Geoff Hoon vom Wochenende, wonach Großbritannien Bin Laden im Falle einer Gefangennahme durch britische Soldaten nur an die USA ausliefern will, wenn ihm dort nicht die Hinrichtung droht. Ashcroft fügte jedoch hinzu, die Auslieferung mutmaßlicher Terroristen könne "von Fall zu Fall" geregelt werden. So habe der in Großbritannien verhaftete algerische Pilot Lotfi Raissi, der in den USA im Zusammenhang mit den Attentaten vom 11. September gesucht werde, vermutlich nichts zu befürchten. Deutschland teilt Einschätzung der USA Unterdessen hat auch die deutsche Bundesanwaltschaft Bin Laden erstmals direkt für die Anschläge vom 11. September in den USA verantwortlich gemacht. "Wir teilen uneingeschränkt die Einschätzung der Amerikaner, dass an der Urheberschaft Bin Ladens kein Zweifel besteht", sagte eine Sprecherin am Mittwoch der dpa. Zu Einzelheiten wollte sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht Stellung nehmen. Bisher hatte sich die Justiz-Behörde mit Äußerungen zu möglichen Verbindungen zwischen Bin Laden und den Selbstmord-Piloten des 11. September zurückgehalten. Die deutsche Justiz ermittelt gegen eine Gruppe mutmaßlicher Mitverschwörer und Unterstützer der Attentäter aus Hamburg. (APA/dpa)