Aachen - Zwei Tage vor dem EU-Gipfel in Brüssel hat derdeutsche Bundesgrenzschutz seine Kontrollen verschärft. GewaltbereiteDemonstranten sollen an der Ausreise nach Belgien gehindert werden,teilte das Bundesgrenzschutz-Amt Kleve am Mittwoch mit. Zu dem Gipfelan diesem Freitag und Samstag werden fast 100.000 Demonstranten gegendie EU-Wirtschaftspolitik erwartet. Verschiedene Gruppen hatten imInternet dazu aufgerufen. Im Vorfeld des EU-Gipfels sollen in Aachen"Aktionstage" stattfinden. Der deutsche Bundesgrenzschutz plant zeitweise Kontrollen sowiedie gezielte Überprüfung einzelner Fahrzeuge. Autofahrer müssten ander Grenze mit Behinderungen rechnen. Bei Protesten vonGlobalisierungsgegnern war es in den vergangenen Jahren wiederholt zugewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Beim G- 8-Gipfel im Juli inGenua wurde ein Demonstrant von einem Polizisten erschossen. 17 Demonstranten festgenommen Zwei Tage vor dem EU-Gipfel von Laeken hat die Polizei in Brüsselbereits 17 Demonstranten festgenommen, die gegen die Politik derEuropäischen Union protestierten. Zum Treffen der Staats- undRegierungschefs werden mehr als 100.000 Menschen in Brüssel erwartet,die für eine andere Politik der Europäischen Union demonstrierenwollen. 14 Menschen wurden am Mittwoch festgenommen, die Büros desVerbandes der europäischen Chemie-Industrie besetzt hatten. DieUmweltaktivisten wollten mit ihrer Aktion gegen den Einfluss derChemie-Lobbyisten auf die Umweltpolitik der EU protestieren. DerVerband blockiere alle wirksamen Regelungen ab, kritisierten sie. Inder Nähe des Tagungsortes im Brüsseler Schloss von Laeken nahm diePolizei vorübergehend drei Globalisierungskritiker fest, dieinnerhalb der geplanten Sicherheitszone Plakate klebten. Zu einer Demonstration des Europäischen Gewerkschaftsbundes amDonnerstag erwarten die Veranstalter rund 80.000 Menschen. Allein ausDeutschland sollen rund 16.000 Demonstranten zu der Kundgebung fürein sozialeres Europa kommen. Strenge Vorkehrungen Am Freitag sind Demonstrationen von Globalisierungskritikerngeplant, zu denen mindestens 25.000 Menschen kommen sollen. DieVeranstalter - unter ihnen das Netzwerk Attac - wenden sich gegennegative soziale, kulturelle und wirtschaftliche Folgen derwirtschaftlichen Globalisierung, die von der EU gefördert werde. DieOrganisatoren der Demonstration am Freitag haben alle Teilnehmer zufriedlichem Verhalten aufgerufen und einen eigenen Ordnungsdienstaufgestellt. Am Samstag soll ein Friedensmarsch nochmals rund 3000Menschen in Brüssel versammeln. Die Polizei hat strenge Vorkehrungen zur Absicherung desGipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs getroffen. BrüsselerKrankenhäuser haben einen Notfallplan in Kraft gesetzt, um Verletztenach gewalttätigen Auseinandersetzungen schnell versorgen zu können. (APA/dpa)