Wien - Nach einem kurzen Gedenken an den verstorbenen ÖGB- und Nationalratspräsidenten Anton Benya, widmete sich die letzte Wiener Landtagssitzung dieses Jahres einem heißen Thema: dem "ungerechtfertigten Absetzen von Hundekot".Strafe bis zu 10.000 Schilling Der VP-Abgeordnete Rudolf Klucsarits wollte von Umweltstadträtin Isabella Kossina (S) wissen, ob sich diese für einen landesrechtlichen Hundstrümmerl-Entsorgungszwang von Gehwegen einsetzen werde. Für Kossina ist das nicht notwendig, da die Gehsteig-Reinhaltung in der Straßenverkehrsordnung geregelt ist. Wer die Exkremente seines vierbeinigen Lieblings nicht entfernt, kann laut Kossina von der Polizei mit bis zu 10.000 Schilling (727 Euro) abgestraft werden. Übliche Strafe von 300 Schilling Kossina zählte noch weitere Gesetze und Verordnungen auf, die das Absetzen von Hundekot zumindest theoretisch zu einem regelrechten legistischen Spießrutenlauf für jeden bellenden Vierbeiner macht: So komme etwa das Wiener Tierschutz- und Tierhaltegesetz (bei Spielplätzen und Sandkisten, Höchststrafe 100.000 S/7.267 Euro) die Wiener Grünanlagenverordnung und die Reinhalteverordnung für Privatgrundstücke zur Anwendung. De facto seien aber in der Vergangenheit nur 15 Prozent aller abgemahnten Hundehalter mit je 300 S (21,8 Euro) bestraft worden, musste die Stadträtin einräumen. 8.000 Tonnen Exkremente jährlich Sie werde sich für eine Lösung der Hundekot-Problematik - es geht um rund 8.000 Tonnen an Exkrementen pro Jahr - weiter einsetzen, betonte Kossina. Dabei müsse man bedenken, dass Wien eine "Stadt der Hunde" sei und die rund 50.000 Tiere "eine wesentliche Kompetenz im Sozialbereich" hätten. Neue Lösungsmöglichkeiten will Kossina in einem "Hundemediationsverfahren" finden. Dabei soll etwa eine Ausweitung der Hundekotsackerlautomaten diskutiert werden. Eine Zweckbindung der Hundesteuer für die "Hauferl"-Entfernung lehnte Kossina ab. Auch ein weiteres Hunde-Thema steht auf der Tagesordnung des Landtags: Es wird eine Änderung des Tierschutz- und Tierhaltegesetzes beschlossen. Unter anderem soll die Maulkorbpflicht und der Leinenzwang strenger gehandhabt werden. (APA)