Peking - Nach der Kündigung des Raketenabwehrvertrages durch die USA hat Chinas Präsident Jiang Zemin zu neuen Anstrengungen bei der Rüstungskontrolle aufgerufen. In Telefongesprächen mit US-Präsident George W. Bush und Russlands Präsident Wladimir Putin sagte Jiang nach Angaben des Parteiorgans "Volkszeitung" vom Freitag: "In der gegenwärtigen Situation ist es äußerst wichtig, das internationale Rüstungskontroll- und Abrüstungssystem zu wahren." "China will Anstrengungen unternehmen, um mit anderen Ländern bei der Wahrung von Frieden und Stabilität zusammenzuarbeiten", sagte Jiang Zemin, der während seiner Reise durch Burma von der Nachricht überrascht wurde und mit seinem amerikanischen und russischen Amtskollegen telefonierte. Bereits am Vortag hatte sich in Peking die Sprecherin des Außenministeriums "besorgt" geäußert: "Wir sind der Meinung, dass es von entscheidender Bedeutung ist, das internationale Abrüstungs- und Rüstungskontrollregime sowie das globale strategische Gleichgewicht und die Stabilität aufrechtzuerhalten." China lehne Raketenabwehrsysteme ab und sei besorgt über die negativen Auswirkungen der amerikanischen Entscheidung. (APA/dpa)